Adam und Eva haben es (h)eilig

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Teufelsküche Peter Gnaiger

Blättern Sie doch bitte kurz in Ihrem Kalender den 24. Dezember auf. Dort wo normal Namen wie "Peter und Paul" oder "Notburga" zu lesen sind, prangt erhaben der Schriftzug "Heiliger Abend".

Die Älteren erinnern sich vielleicht: Früher stand da noch "Adam und Eva". Als Erinnerung an die Erbsünde, die Jesus Christus für uns auf sich genommen hat. Seit wir uns von dieser Vorschusssünde frei fühlen dürfen, lassen wir es im Advent ganz schön krachen. Denn eigentlich wären die vier Wochen vor Weihnachten ja Fastenzeit. Heute steht diese Zeit für Maßlosigkeit. Das Markt- und Meinungsforschungsinstitut FOCUS hat ausgerechnet, dass die Gastronomie im Advent ein Einnahmenplus von 365 Millionen Euro erzielt. 49 Prozent der Befragten gaben an, dass Alkohol zur Weihnachtsfeier "einfach dazugehört". Neun Prozent freuten sich über "Paarbildungen" bei Weihnachtsfeiern - die dann auch zusammenbleiben. Wenn das stimmt, dann gibt es in zehn Jahren in Österreich nur noch firmeninterne Pärchen: die sogenannten Weihnachtspärchen. Was eher an die Saturnalien des alten Rom erinnert. Die waren eine wochenlange Dezemberorgie mit "gelockerter Moral". Womit wir wieder bei Adam und Eva und der Erbsünde wären. Vielleicht sollten wir uns "Frohe Saturnalien" wünschen. Das wäre ehrlicher.

Aufgerufen am 14.11.2018 um 06:47 auf https://www.sn.at/kolumne/teufelskueche/adam-und-eva-haben-es-heilig-591139

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