Cupcakes der guten Hoffnung

Autorenbild
Teufelsküche Peter Gnaiger

In Villach wurde vergangenes Wochenende zu einem mehrtägigen Fest mit einem hochtrabenden Namen geladen: "Atrio Senza Confini" (auf Deutsch: "Halle ohne Grenzen"). Grenzenlos dürfte hier aber nur das Vertrauen der Veranstalter in die Leidensfähigkeit der Villacher gewesen sein. Das Fest fand nämlich auf einem Freiparkplatz statt. Man stellte ein riesiges Festzelt auf eine brütend heiße Betonwüste und war dann überrascht - als niemand kam. In dieser Hitze erklärte dann eine unverwüstliche Unternehmerin ihren Cupcakestand kurzerhand zum Gefechtsstand. Sie rief quasi mitten im Villacher Spätsommer zum Kärntner Frühling auf, indem sie auf Facebook zuerst über die Veranstalter schimpfte und dann mit ihren 900 Cupcakes in die Altstadt zog, um sie dort zu verschenken. Dafür erhielt sie mehr Likes als Euros. Was ihr offensichtlich gefiel. Mit inflationär veröffentlichten Selfies informierte sie auf Facebook wie ein Live-Ticker über ihren Erfolg. Als sie dann alle 900 Cupcakes verschenken konnte, gratulierte sich halb Villach gegenseitig auf Facebook. Und zwar so überschwänglich, dass man hätte meinen können, der VSV hätte den KAC im Eishockey plattgemacht. Tags darauf schrieb die "Kleine Zeitung" eine mittelgroße Geschichte über große Gefühle, die beim Verschenken von Cupcakes entstehen können.

Ich hoffe, Sie wissen jetzt, was zu tun ist: Besuchen Sie wieder einmal Ihr Wirtshaus. Das hat einen Kühlraum - und einen coolen Wirt.

Aufgerufen am 18.11.2018 um 04:46 auf https://www.sn.at/kolumne/teufelskueche/cupcakes-der-guten-hoffnung-1089655

Schlagzeilen