Eine pfundige Geschäftsidee

Autorenbild
Teufelsküche Peter Gnaiger

Mehr als 125.000 Briten haben eine Peti tion gegen tierisches Fett in den neuen Fünf-Pfund-Scheinen unterzeichnet. Im Kunststoff der Scheine soll nämlich Talg enthalten sein. Das mögen viele Veganer und Vegetarier nicht. Es soll sogar schon vegane Cafés geben, die die Annahme dieser Scheine verweigern. Sie fordern nachdrücklich, dass dieses Fett aus den Scheinen verbannt wird. Vielleicht hoffen sie auch nur, dass ihr Britisches Pfund nach der Fettverbrennung leichter wird und nach dem Brexit nicht so schnell sinkt. Unser Ratschlag: Kauft Euros! Unsere Währung schwimmt schon seit Jahren. Aber ob sie vegan ist? Keine Ahnung. Sogar Obst wird ja heute mit einem Gemisch aus Bienenwachs und Schellack überzogen, weil es so länger frisch aussieht. Da werden nicht nur Bienen, sondern auch Lackschildläuse ausgebeutet. Denn Schellack wird aus den Ausscheidungen der Schildlaus gewonnen. Nicht einmal Rauchen ist vegan: Die meisten Zigarettenfilter enthalten Hämoglobin aus Schweineblut. Dafür gibt es heute veganes Hundefutter. Für diese Tierquälerei blättern Veganer bis zu fünf Euro hin - pro Pfund.

Warum bringen wir also nicht gleich vegane Fünf-Pfund-Scheine auf den Markt? Nicht zum Bezahlen. Zum Essen! Für einen essbaren veganen Fünf-Pfund-Schein könnte man 50 Euro verlangen. Dieses Geschäftsmodell verspricht fette Gewinne und widerlegt eine Weissagung der Cree-Indianer: Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. Von wegen!

Sollten die Scheine nicht schmecken, dann ersetzen wir das Wort "Mahlzeit" einfach durch ein Zitat des römischen Kaisers Vespasian. Schon dieser wusste: Pecunia non olet (Geld stinkt nicht).

Gottlob wird man aber auch noch ein paar Pfund Leberkäse kaufen können.

Aufgerufen am 21.09.2018 um 05:43 auf https://www.sn.at/kolumne/teufelskueche/eine-pfundige-geschaeftsidee-819103

Schlagzeilen