Feuerwasser und Red Pils

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Teufelsküche | Essen & Trinken Peter Gnaiger

Der deutsche Rapper Sido bringt nach dem Vodka "Krabumm" nun auch einen Gin gleichen Namens auf den Markt. Gebrannt wird das Teufelszeug vom Mostviertler Josef Farthofer. Gin ist seit Jahren das Modegetränk der Nachtschwärmer. Sie erinnern sich: Davor schwärmten alle vom Whiskey. Keine Ahnung, wie man diese Hysterien steuern kann. Dass sich Sido einem Modegetränk verschrieben hat, verheißt nichts Gutes - für das Modegetränk. Sido schwimmt bekanntlich gern gegen den Strom. Und tatsächlich dürfte bald kein Hahn mehr nach Gin krähen. Glaubt man der Mode- und Lifestyleberichterstattung, dann bestellen in Kürze alle nur noch Mezcal. Das ist eine Art Tequila. Dieses Feuerwasser eignet sich recht gut zum Vermarkten. Allein schon die Herstellung klingt wie ein Event: Da werden Agaven-Herzen in einem Loch mit Vulkansteinen begrenzt und mit Feuerholz gekocht und geräuchert. In die Flasche kommt noch eine Schmetterlingsraupe. Ohne Raupe kann man Mezcal als "vegan" verkaufen. Jetzt können wir nur noch warten, bis Sido einen Mezcal im Mostviertel brennen lässt. Dann ist auch dieses Destillat Geschichte. Wir kennen übrigens schon den nächsten Trend. Seit bekannt wurde, dass Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz im steirischen Pöls eine Brauerei erwarb, warten Kenner der Szene auf Red Pils aus Pöls. Außer Sido ist schneller und bringt Rap Pils auf den Markt. Sido-Soda gefiele uns auch gut.

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