Häftlinge kochen Gerichte: Jetzt wollen alle in den Häfen

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Teufelsküche Peter Gnaiger

Essen hinter Gittern war bislang sogar für schwere Jungs eine Mutprobe. In einem Mailänder Gefängnis ist das heute anders. Dort kochen Inhaftierte in ihrem Restaurant InGalera Gerichte, für die mittlerweile unbescholtene Bürger vor dem Gefängnis Schlange stehen. In einem Gefängnisrestaurant im thüringischen Arnstadt beträgt die Wartezeit für "auswärtige" Gäste schon ein Jahr. Ob die bei guter Führung früher reinkommen, weiß man nicht. Da stellt sich der ganz normale Wirt ums Eck die Frage: "Was mache ich falsch?" Vielleicht ist er nur "zu normal". Schräge Angebote ziehen heute besser. Es isst ja keiner mehr, weil er Hunger hat. Der Gast will was erleben. Früher frönten Übersättigte der Haubenküche. Die wurde von Paul Bocuse so kommentiert: "Wenig auf dem Teller, viel auf der Rechnung." Als Pionier "schräger Küche" gilt das Salzburger Lokal Paradoxon. Es wurde schon wie eine Apotheke, ein Biker-Beisl und wie ein Kunstatelier geführt. Zuletzt zog sogar ein Barbier ein. In Salzburg scheint uns allein schon wegen des Namens der Chiemseehof sehr viel Potenzial für ein schräges Lokal zu haben. Schreiben Sie uns bitte Ihre humorvollen Vorschläge. Die besten werden - weil Fasching ist - nächste Woche veröffentlicht.

Peter.gnaiger@salzburg.com

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