Kontrolle ist gut - Vertrauen auch

Autorenbild
Teufelsküche Peter Gnaiger

Vorige Woche wurde in der "Teufelsküche" darüber berichtet, wie ein Koch während des Mittagsgeschäfts von einem Lebensmittelkontrollor an der Arbeit gehindert wurde. Wir waren der Meinung, das sei schikanös. Zahlreiche Zuschriften waren die Folge. Ein Kontrollor wies uns darauf hin, dass sein Berufsstand prinzipiell mit Köchen kooperiere und ihnen Fachwissen als Hilfestellung anbiete. Man kann seinen Job eben gut oder schlecht machen - und andere müssen sich noch einarbeiten. Sehr nachdenklich stimmten die zahlreichen anderen Zuschriften, die wir zu diesem Thema von Köchen und Wirten erhielten. Diese waren sich durchaus bewusst, dass alles seine Ordnung haben muss. Nur: Wenn ein Wirt einmal vom Brandschutz gepiesackt wird, dann von einem AKM-Kontrollor heimlich "abgehört", später unter enormem finanziellen Aufwand ein 1000 Jahre altes Haus in eine barrierefreie Zone umbauen soll und er in der Küche seltsame Maßnahmen wie den Einbau eines Papierspenders vorgeschrieben kriegt, dann - ja dann kann es schon sein, dass er sauer wird. Noch dazu, wo Vereinslokale oder Food Trucks all diese Auflagen eben nicht erfüllen müssen.

Könnte da nicht der ORF helfen? Der hätte einen Bildungsauftrag, der auch für die Kulturleistung Kochen gilt. Und was strahlt unser staatliches Fernsehen am Wochenende aus? Jamie Oliver. Diesmal verriet der Pop-Koch, wie er "Meerbrasse auf Marokkanisch" und "Burger auf Britisch" bastelt.

Als ob es keine heimischen Köche gäbe, die uns regionale Gerichte beibringen könnten. Aber die haben wohl keine Zeit - bei all den Kontrollen.

peter.gnaiger@salzburg.com

Aufgerufen am 19.11.2018 um 05:43 auf https://www.sn.at/kolumne/teufelskueche/kontrolle-ist-gut-vertrauen-auch-883051

Schlagzeilen