Sensationelle Enthüllung: Es gibt gar keinen Köchemangel

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Teufelsküche Peter Gnaiger

Eine Recherche der Teufelsküche hat ergeben, dass Berichte über Köchemangel maßlos übertrieben sind. Schuld an der Verbreitung ist wie immer die Lügenfresse - pardon - die Lügenpresse. Geben Sie bei einer nicht näher genannten Suchmaschine im Internet "Junge Wilde Köche" ein und Sie werden Horden martialisch auftretender Jugendliche in schwarzen Uniformen sehen. Sie nennen sich "Junge Wilde" und zeigen sich gern in der Nähe von älteren weiß gekleideten Köchen. Was wohl suggerieren soll, dass es sich bei den schwarzen "Jungen Wilden" um Köche handeln könnte.

Die Unterscheidung in Schwarz und Weiß gibt es auch beim Judo. Da trägt der Meister einen schwarzen Gürtel, der Lehrling einen weißen. Vielleicht erklärt die Nähe zu dieser Kampfsportart auch das Posing mancher "Junger Wilder". Für Fotos schwingen sie gerne Beile, haben Messer zwischen den Zähnen, einen Kochlöffel im Bart oder ein Plastiksackerl über dem Kopf (siehe links). Schwarz-Weiß-Denken in der Küche ist durchaus wichtig. Denn der weiße Koch signalisiert wie der Chirurg, dass er Wert auf Hygiene legt. Schwarze Outfits sind nur nützlich, wenn man etwas zu verstecken hat: Grauslige Flecken zum Beispiel. Wir müssen die "Jungen Wilden" also nur noch stubenrein kriegen - dann haben wir genug echte Köche.

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