Traumberuf Lebensmittel-Kontrollor

Unglaublich: Ein Koch wird schikaniert - und muss dafür noch zahlen.

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Teufelsküche | Essen & Trinken Peter Gnaiger

Warum gibt es immer weniger Köche? Einer der Gründe ist der Siegeszug der Systemgastronomie. Für diese Form des Bewirtens werden Speisen ungefähr so angeliefert, wie bei Ikea die Möbel. Der "Koch" muss das Gericht dann quasi nur noch zusammenschrauben. Das ist für einen leidenschaftlichen Koch natürlich kein Thema. Aber "echte Köche" haben zusätzlich noch andere Feinde: Nämlich die "Abteilung Ernährungssicherheit" der jeweiligen Landesregierungen. So erhielt kürzlich der Koch meines Vertrauens im Innviertel mitten im Trubel des Mittagsgeschäfts Besuch von dieser Behörde. Der verdutzte Koch steht noch dazu täglich allein in der Küche - was die Situation in der Küche verschärfte. Dabei hat seine Küche nicht einmal eine Tür. Jeder kann sehen, wie vorbildlich es bei ihm zugeht. Oder doch nicht? In einem Nebenraum, der nur für Putzmittel und Ähnliches vorgesehen ist, wurde eine feuchte Stelle an der Wand beanstandet. Und jetzt bitte aufpassen: Der Koch muss die Kosten von 81 Euro für die Kontrolle - die in diesem Fall eine Schikane war - selbst bezahlen. Für die zweiminütige (!) Inspektion errechneten wir für den Kontrollor einen Stundenlohn von 930 Euro - plus 50 Euro Anfahrtspauschale. Seither fragt sich auch dieser Koch, ob er den richtigen Beruf gewählt hat.

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