Tu felix Austria: Genieße!

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Teufelsküche Peter Gnaiger

Der deutsche Katastrophenschutz hat diese Woche erstmals seit 1989 wieder empfohlen, Notvorräte für zehn Tage anzulegen. Genannt wurden etwa Mineralwasser, Dosenfutter und Zwieback.

Müssen wir uns Sorgen machen? Immer wenn die Deutschen Vorräte anlegten, wurden bislang zumindest die Franzosen immer misstrauisch. Das ist keine Unterstellung. Das ist Geschichtsunterricht. 1870 etwa zeigten die Deutschen ihre Überlegenheit im Deutsch-Französischen Krieg in erster Linie dadurch, weil sie bei der Belagerung von Paris Erbswurst dabeihatten. Die ist ewig haltbar. Und den Parisern gingen währenddessen die Zutaten zum Kochen aus. Das beweist eine Speisekarte des Restaurants Voisin's. Da gab es folgendes Weihnachtsmenü (Auszug): "Eselskopf - Elefantensuppe - gebratenes Kamel - Kängurueintopf - Bärenkoteletts in Pfeffersauce - Wolfshaxe in Wildsauce und Antilopenterrine mit Trüffeln." Die haben den Zoo ausgeschlachtet. Heute gibt es solche Gerichte nur noch in Haubenrestaurants.

Was lernen wir daraus? Wir sollten Vorräte anlegen, mit denen man Monate auskommt. Wasser verdirbt ja so schnell. Also bunkern wir Wein Champagner und Bier. Auch Destillate sind praktisch. Schokolade beruhigt, Kübelspeck schmeckt, Nudeln sättigen, Trüffeln schaffen ein gutes Raumklima. Dazu noch Dosenfutter wie Kaviar und Jahrgangssardinen.

Andere Völker mögen Weltpolitik machen. Du friedliches Österreich - genieße und sei glücklich.

Aufgerufen am 20.11.2018 um 09:03 auf https://www.sn.at/kolumne/teufelskueche/tu-felix-austria-geniesse-1132672

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