In der Wildnis versinken

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Menschen fühlen sich belesener, wenn sie Lesungen besuchen. Es reicht, wenn ihnen jemand vorliest. Anstatt also selbst zum Buch zu greifen, erledigen das Vortragende. Dabei geht es doch beim Lesen nicht nur um platonische Zuneigung zur Schlauheit. Es geht auch um die Zweisamkeit mit einem Buch, den Rückzug in die eigenen Gedanken. Wenn ich in ein Buch versinke, schaffe ich mir davor ein kuscheliges Nest, Heizung an, Decke bis zum Kinn. Immer wieder lege ich das Buch weg, schweife ab. Letztens war es das Buch "Ein Leben mehr" von Jocelyne Saucier. Drei Einsiedler in Kanada bekommen Besuch von einer Fotografin. Das Leben aller änderte sich. Ich verlor mich in der Wildnis, in der Einöde hielt ich inne. An diesem Ort des Rückzugs hielt ich die Zeit an. Und keiner musste mir die Wörter vorlesen.

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