Kultur

30. Transmediale in Berlin

Flüchtig, schwer fassbar und trügerisch - wo verlaufen die Grenzen zwischen dem Menschen und den ihn umgebenden technologischen Entwicklungen? Zum 30. Geburtstag lotet das internationale Medienkunstfestival Transmediale in Berlin unter dem Motto "ever elusive" die Position der Menschen zwischen lernenden Maschinen, künstlicher Intelligenz und smarten Infrastrukturen aus.

Die Sonderausstellung "alien matter" öffnet am Mittwoch.  SN/APA (dpa)/Bernd von Jutrczenka
Die Sonderausstellung "alien matter" öffnet am Mittwoch.

Internationale Künstler zeigen dabei ihre Sicht einer neu verorteten Subjektivität. Das am morgigen Donnerstag startende Programm im frisch sanierten Haus der Kulturen der Welt umfasst rund 50 Veranstaltungen, darunter Workshops und Performances. Die Transmediale sei vor 30 Jahren als Festival der Video-Film-Kunst gestartet, sagte Kristoffer Gansing, künstlerischer Leiter des Festivals.

Im Zuge der Digitalisierung wurde der Medien- und Technologie-Alltag in den vergangenen Jahren immer komplexer. Das aktuelle Motto "ever elusive" greife die stetige Veränderung auf und solle an die Verschiebung von einer monomedialen zu einer transmedialen Kunstveranstaltung erinnern.

Heute sei die Transmediale einzigartig in Europa - und vielleicht weltweit, sagte Gansing. Auch Frederike Tappe-Hornbostel, Sprecherin der Kulturstiftung des Bundes, hob die wachsende Bedeutung in der internationalen Kunstbranche hervor. Deshalb habe die Kulturstiftung das jährliche Budget des Festivals nun erhöht. "Die Transmediale ist eines der wichtigsten Festivals, die wir finanzieren."

Das Partnerprogramm läuft bereits seit dem 20. Jänner. In zahlreichen Berliner Projekträumen und Galerien ist es noch bis zum 5. März zu sehen. Ebenfalls am Mittwoch öffnet im Haus der Kulturen der Welt die Sonderausstellung "alien matter", die die neue Beziehung zwischen Mensch und Maschine thematisiert. 30 Künstler zeigen mit ihren ausgestellten Arbeiten, wie sich das Machtgefüge zwischen passiven Objekten und aktiven Subjekten durch die Lernfähigkeit der Maschinen und der Vernetzung verschiebt.

Geradezu monolithisch steht inmitten des Ausstellungsraums mit "Video Palace #44 - The Hidden Universe" die Arbeit des Künstlers Joep van Liefland. Die Skulptur bildet mit Hilfe von Mauern aus alten und unkenntlichen VHS-Kassetten einen begehbaren Raum und erinnert damit an die rasante Vergänglichkeit von Medien. Die Transmediale ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kulturprojekte Berlin GmbH und dem Haus der Kulturen der Welt und wird seit 2004 von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Die Sonderausstellung "alien matter" der Kuratorin Inke Arns wurde von der Lotto-Stiftung Berlin mitfinanziert.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 16.11.2018 um 05:29 auf https://www.sn.at/kultur/30-transmediale-in-berlin-474283

Schlagzeilen