Kultur

Abbado klagt über Schwierigkeiten italienischer Opernhäuser

Opernregisseur Daniele Abbado, der am Sonntagabend an der Wiener Staatsoper Giuseppe Verdis "Il Trovatore" mit Anna Netrebko und Roberto Alagna in den Hauptrollen aufführt, bevorzugt es, im Ausland, statt in der italienischen Heimat zu arbeiten. Italiens Opernhäusern und Theatern drohe der Stillstand, klagt der Sohn des verstorbenen Stardirigenten Claudio Abbado nach Medienangaben.

Die Mailänder Scala ist laut Abbado eine Ausnahme.  SN/APA (AFP)/GIUSEPPE CACACE
Die Mailänder Scala ist laut Abbado eine Ausnahme.

Abgesehen von wenigen Theatern wie der Mailänder Scala und dem Fenice-Theater in Venedig sei es durchaus schwierig, in Italien als Regisseur effizient zu arbeiten. "Die Stiftungen vieler Opernhäusern sind pleite. Die wirtschaftlichen Probleme wirken sich negativ auf die Opernhäuser aus", so Abbado. Diese würden nicht mehr investieren, ihre Instandhaltung lasse zu wünschen übrig. "Vielen Theatern droht die Gefahr des Stillstands. Das ist sehr traurig", sagt der 58-Jährige.

Trotz seiner Kritik will Abbado weiterhin in seiner Heimat arbeiten. Im Oktober führt er an der Scala den "Nabucco" auf, im Dezember bringt er die "Tosca" ins Teatro Comunale von Bologna. Laut Abbado müsse sich ein Regisseur ganz in den Dienst der Oper stellen. "Oft wissen Regisseure nichts von Opern", kritisiert der Mailänder. Oft würden sie sich hinzu ins Rampenlicht drängen wollen. "Dabei muss man für den Autor arbeiten", meint Abbado.

Quelle: APA

Aufgerufen am 18.11.2018 um 04:54 auf https://www.sn.at/kultur/abbado-klagt-ueber-schwierigkeiten-italienischer-opernhaeuser-401404

Schlagzeilen