Kultur

Ältestes Kunstauktionshaus der Schweiz schließt

Das laut eigenen Angaben älteste Auktionshaus der Schweiz schließt seine Pforten. Die Luzerner Galerie Fischer will sich künftig ganz auf den privaten Verkauf von ausgewählten Kunstwerken konzentrieren. Grund für den definitiven Entscheid sind Entwicklungen am internationalen Kunstmarkt. Das Haus wurde 1907 gegründete und spezialisierte sich auf Alte Meister, aber auch Möbel, Silber und Schmuck.

Der Kunstmarkt habe sich in den vergangenen Jahren stark in Richtung ausgewählter Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst entwickelt, die teilweise zu sehr hohen Preisen gehandelt würden, hieß es in der Mitteilung vom Freitag. Demgegenüber sei die Nachfrage nach Möbeln, Stichen, Teppichen, Silber, Werken regionaler Künstlern und Künstlern des 19. Jahrhunderts stark zurückgegangen. Die vorläufig letzte Auktion bei Fischer fand vom 15. bis 17. Juni 2016 statt.

Die Aktivitäten der Firma seien nun noch internationaler, so die Galerie weiter. Geschäftsführer Kuno Fischer vertrete unter anderem internationale Sammler an Kunstauktionen in London und berate Kunden bezüglich Akquisitionen, Sammlungsmanagement, Verkäufen, Leihgaben, Publikationen und Echtheitsabklärungen.

Laut einer im Juni 2001 veröffentlichten Studie der Bergier-Kommission war die Galerie Fischer sehr eng mit dem Kunsthandel des Dritten Reiches verflochten. Die Galerie organisierte beispielsweise Auktionen mit Werken, welche die Nazis als "entartete Kunst" erachteten und im Ausland verkauften. Über die Galerie Fischer erwarben die "Führergalerie Linz" sowie die "Sammlung Göring" einen Großteil ihrer Gemälde aus der Schweiz.

Quelle: Apa/Ag.

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