Kultur

Akademie der bildenden Künste saniert zum 325-Jahre-Jubiläum

Viele Jahre der Vorbereitungen hat es gebraucht, rechtzeitig zum 325-Jahre-Jubiläum startet die Sanierung der Akademie der bildenden Künste am Schillerplatz. Wie Rektorin Eva Blimlinger am Donnerstag ausführte, beginnt man im Herbst mit der Bestandsrenovierung der "in die Jahre gekommenen" Infrastruktur, der Restaurierung des Anatomiesaals sowie dem Einbau eines neuen Studiensaals samt Depot.

Rektorin Eva Blimlinger hat zum Jubiläum viel vor.  SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Rektorin Eva Blimlinger hat zum Jubiläum viel vor.

Rund 40 Mio. Euro netto kostet das dreijährige Unterfangen, das zur Hälfte vom Gebäudeeigentümer, also der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), und zur anderen Hälfte vom Wissenschaftsministerium finanziert wird. Die Planung stammt von Ablinger, Vedral & Partner ZT GmbH gemeinsam mit silberpfeil-Architekten. Neben Türen und Böden werden auch rund 720 Fenster renoviert, die Erneuerung der Leitungen soll laut Blimlinger den reibungslosen Einsatz "von allen benötigten Medien besser gewährleisten". Dieser war in der Vergangenheit immer wieder von Stromausfällen beeinträchtigt.

Besonders erfreut zeigte man sich bei der Jahrespressekonferenz, dass die von Julia M. Neuhaus geleitete Gemäldegalerie während dieser Zeit nicht geschlossen werden muss, sondern dass dank einer Kooperation mit dem KHM-Museumsverband Räumlichkeiten im Theatermuseum für Ausstellungen der Gemäldegalerie genutzt werden können. KHM-Direktorin Sabine Haag freut sich über diesen "großen Stimulus für den Standort" Theatermuseum, im Rahmen dieser Kooperation könne "Neues entstehen".

Der Hauptstandort der Akademie wird in die Augasse in Räumlichkeiten der ehemaligen Wirtschaftsuniversität in Wien-Alsergrund verlegt. Dort werden sich das Rektorat sowie die Institute für Kunst und Architektur, Konservierung und Restaurierung sowie Naturwissenschaften und Technologie in der Kunst sowie Teile des Instituts für bildende Kunst finden. Auch die Bibliothek, das Archiv und Teile der Verwaltung übersiedeln in den 9. Bezirk. Einige Fachbereiche des Instituts für bildende Kunst ziehen in ein Werkstätten- und Laborgebäude in der Engerthstraße 119 in Wien-Brigittenau, dessen Mieterin die TU-Wien ist. Das zeitgenössische Ausstellungsprogramm xhibit übersiedelt schließlich in die Räume im Galerienviertel in die Eschenbachgasse 11, die im Laufe des Frühjahrs adaptiert werden sollen.

Neben neuen Professuren von Annette Baldauf (Epistemologie und Methodologie künstlerischer Produktion), Julian Göthe (Objekt-Bildhauerei) und Kirsi Mikkola (Gegenständliche Malerei) wurde mit Francois Roche auch ein neuer Gastprofessor am Institut für Kunst und Architektur präsentiert. Vizerektorin Karin Riegler freute sich über das neue Lehramtsstudium "Gestaltung im Kontext", das zur Ausbildung der Lehrer für das 2016 beschlossene neue Unterrichtsfach "Technisches und Textiles Werken" konzipiert wurde.

Das Jubiläum feiert man u.a. mit dem "Academy Album" von Amina Handke: Die Künstlerin gestaltet in 52 Miniaturen ein Videoporträt der Akademie, ihrer Geschichte und Gegenwart, wie es heißt. Die Videos werden wöchentlich auf online veröffentlicht. Den Startschuss für den Umzug in die verschiedenen Ausweichquartiere bildet am 21. Juni die Jubiläumsfeier, bei der u.a. die Ausstellung der Diplome eröffnet wird und Linda Williams einen Festvortrag in der Reihe "Feminist Idols" hält (20. Juni).

Aber auch vor dem Umzug gibt es noch zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen am Schillerplatz: Von heute, Donnerstag, bis zum 22. Jänner bietet man einen Rundgang durch alle Institute und Räume der Akademie an, am 20. Jänner findet im Prospekthof ab 19 Uhr eine Benefizauktion zugunsten von Studierenden in prekärer Lage sowie unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen statt. Letztere werden nach wie vor in der Initiative "MORE" an der Akademie gefördert. Aktuell sind 35 Flüchtlinge in diesem Programm inskribiert, ein Großteil stammt aus Afghanistan.

Bis zum 17. April zeigt die Gemäldegalerie die heute eröffnende Schau "Altbekanntes & Unbekanntes II - Kunst der Zeichnung im 19. und 20. Jahrhundert". Dort sind - nach der Schau zu Werken vom 15. bis zum 18. Jahrhundert - neben Porträts und religiösen Darstellungen auch Landschaften und Illustrationen literarischer Werke zu sehen. Die Palette der Künstler reicht dabei von Thomas Ender über Moritz von Schwind bis hin zu Künstlern des 20. Jahrhunderts wie Herbert Boeckl, Arnulf Rainer oder Maria Lassnig. Ab dem 10. März verhandeln die Ausstellungen "Pro(s)thesis" und "Posthuman Complicities" Aspekte des Jahresthemas "Kunst und Trans-/Inter-Humane Kommunikation". Nachsatz Blimlinger: "Es ist nicht so, dass wir schon am Packen sind."

Quelle: APA

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