Kultur

Assmann will mit Landesmuseen in die "Herzen der Menschen"

Der Kulturmanager Peter Assmann, der am 1. November Geschäftsführer der Tiroler Landesmuseen wird, freut sich auf seine neue Aufgabe in Innsbruck. Nach vier Jahren als Leiter des Palazzo Ducale in Mantua will sich Assmann dafür einsetzen, dass die Institution Museum einen "größeren Platz in den Herzen der Menschen" einnimmt.

Assmann will Museen mehr in den Mittelpunkt rücken SN/APA (Rubra)/RUBRA
Assmann will Museen mehr in den Mittelpunkt rücken

"In Italien stehen die Museen inmitten der Gesellschaft, sie sind ein wesentlicher Teil der Städte. Private und Sponsoren unterstützen sie. Ich möchte mich auch in Tirol dafür einsetzen, dass Museen nicht nur eine Institution der Politik sind, sondern für alle Menschen offen stehen. Das ist mir zum Glück in Mantua gelungen. Der Palazzo Ducale, ein einmaliges Juwel und ein Konzentrat von Kunst, hat in den vergangenen drei Jahren jeweils über 300.000 Besucher gemeldet und dies in einer Stadt von nur 46.000 Einwohnern", sagt der in Zams geborene Assmann im Gespräch mit der APA in Rom.

Zwischen dem Museumssystem in Italien und dem in Österreich gibt es laut Assman große Unterschiede. "In Österreich ist alles viel strukturierter, in Italien sind Kommunikation, Improvisation und persönliche Kontakte besonders wichtig", meint der 55-jährige Kulturmanager.

Seine Kontakte in Italien werden Assmann auch als Geschäftsführer der Tiroler Landesmuseen zugutekommen. "Ich bin am Ende eines Auswahlverfahrens der Tiroler Landesmuseen zum neuen Direktor bzw. Geschäftsführer gewählt worden, auch weil Tirol mit Italien eng verbunden ist. Als die Tiroler Landesmuseen 1823 gegründet wurden, gehörte das heutige Trentino zu Tirol. Auch damals gab es ein italienisches Tirol", sagt Assmann. Im Trentino hat Assman gute Verbindungen, die er in Innsbruck nutzen wird. Er ist unter anderem Mitglied des wissenschaftlichen Komitees des Schlosses Buonconsiglio in Trient.

Seine Kontakte in Mantua will Assmann auch von Innsbruck aus pflegen. So arbeitet er an der 2020 geplanten Eröffnung eines Andreas Hofer-Museums in Mantua - im Gedenken an den Tiroler Freiheitskämpfer. Das Museum, das an der Porta Giulia direkt neben dem bestehenden Hofer-Denkmal in Mantua entsteht, soll bis zum 210. Todestag von Andreas Hofer am 20. Februar 2020 fertig sein. "Hofer ist eine Figur, die Tirol mit Mantua verbindet. Für das Museum haben wir bereits die Unterstützung der Europaregion 'Euregion' erhalten", erklärt Assmann.

"Mit dem neuen Museum wollen wir eine stärkere Neubewertung der Figur Hofers als Persönlichkeit mit europäischem Patriotismus fördern. Hier geht es nicht um den Kämpfermythos, sondern um positiven Patriotismus, der bezeugt, dass man auf Traditionen achten, zugleich aber auch international agieren kann. Die Rezeptionsgeschichte von Andreas Hofer ist Teil der Geschichte ganz Europas", meint der Museumsexperte.

Vor seinem Wechsel nach Innsbruck hegt der gebürtige Tiroler noch ein großes Projekt. So stellte Assmann in Rom die am 6. Oktober beginnende Ausstellung über den Architekten und Maler Giulio Romano (1499-1546) mit Leihgaben vom Louvre und weiteren über 20 Leihgebern, darunter auch von der Wiener Albertina, vor. Die Ausstellung über den talentiertesten Schüler Rafaels wird sich im Palazzo Ducale auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern erstrecken. Über 150 Leihgaben beleuchten die facettenreiche Persönlichkeit Giulio Romanos, der in Mantua außerordentliche Zeugnisse seines Talents als Maler, Architekt und Kunstintendant mit umfassenden Aufgaben und Kompetenzen hinterlassen hat.

"Mit dieser Ausstellung zeigen wir, wie eine Künstlerfigur eine Stadt verändern kann. Giulio Romano war ein Konzeptkünstler, der stets originelle Lösungen finden konnte", berichtet Assmann. Herzog Federico II. Gonzaga von Mantua berief Giulio Romano 1524 nach Mantua und ernannte ihn zum Direktor der Wasserbauten und zum Oberintendanten der Gebäude. In den Folgejahren gab er der Stadt ein völlig neues Aussehen. Neben seinem Frühwerk, dem Palazzo del Tè, ein Lustschloss vor den Toren der Stadt Mantua, das er für den Herzog erbaute und mit spektakulären Fresken ausstattete, arbeitete er konsequent am Umbau des großen Architekturkomplex des Palazzo Ducale. Der Entwurf für den Dom in Mantua stammt aus dem Jahr 1545, kurz vor dem frühen Tod des Universalkünstlers ein Jahr später.

Quelle: APA

Aufgerufen am 16.09.2019 um 12:27 auf https://www.sn.at/kultur/allgemein/assmann-will-mit-landesmuseen-in-die-herzen-der-menschen-65350816

Schlagzeilen