Kultur

Berliner Pergamonmuseum bekommt temporäre Außenstelle

Antike zum Anfassen. Während der schrittweisen Sanierung des Berliner Pergamonmuseums können Besucher die Antike jetzt auch in einem neuen, temporären Ausstellungsgebäude erleben. Am Samstag öffnet das Ausstellungshaus "Pergamonmuseum. Das Panorama" gegenüber dem Bode-Museum.

Das temporäre Haus soll bis 2024 genutzt werden SN/APA (dpa)/Gregor Fischer
Das temporäre Haus soll bis 2024 genutzt werden

Zu sehen sind dort 80 Werke der Antikensammlung aus Pergamon sowie das riesige, komplett überarbeitete 360-Grad-Stadtpanorama des Künstlers Yadegar Asisi. Asisis 30 Meter hohes Rundbild zeigt fast lebensecht den Alltag in der antiken Stadt Pergamon an der kleinasiatischen Küste. Das Leben der Bewohner spielt sich im Jahr 129 n. Chr. zwischen der 300 Meter hohen Akropolis von Pergamon, der Unterstadt und dem Umland ab. Von einem mehrstöckigen Podest aus können die Betrachter Fest- und Alltagsszenen in der griechisch-römischen Metropole sehen.

Neben dem berühmten, ursprünglich bunt bemalten Pergamonaltar werden unter anderem der Trajans-, Dionysos- und Athena-Tempel sowie das Theater gezeigt. Tag und Nacht wechseln sich in der Rekonstruktion des antiken Pergamon per Lichtinstallation und verschiedener Geräusche vom Hahnenschrei bis zum Gelächter ab. Das erstmals 2011/2012 gezeigte Panorama wurde für die neue Präsentation ergänzt und verfeinert.

In Zusammenarbeit mit der Antikensammlung seien rund 40 neue Szenen konzipiert und in das Bild eingefügt worden, so die Staatlichen Museen zu Berlin. Kostümierte Komparsen stellten unter der Regie von Asisi verschiedene Szenen nach. "Ein Schwerpunkt lag auf der Darstellung der Dionysien, Festspielen zu Ehren des Gottes Dionysos, die auch im antiken Pergamon stattfanden." Auch verschiedene Opferszenen auf dem Vorplatz des Großen Altars seien inszeniert worden.

Ergänzt wird das Panorama von 80 der wichtigsten Werke der Antikensammlung aus Pergamon. Dazu gehören zahlreiche restaurierte Platten des Telephos-Frieses vom Pergamonaltar, das Papageien-Mosaik, der sogenannte Schöne Kopf aus Pergamon und Skulpturen vom Dach des Pergamonaltars.

Das Ausstellungsprojekt ermögliche eine neue Art der Begegnung mit der Antike, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, am Freitag. Das temporäre Haus soll bis zum Jahr 2024 für das Ausstellungsprojekt rund um Pergamon genutzt werden. Der Südflügel des Pergamonmuseums mit dem Ischtar-Tor, der Prozessionsstraße und dem Marktor von Milet sowie dem Museum für Islamische Kunst ist derzeit geöffnet.

Quelle: Apa/Dpa

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