Kultur

Brahms/Bruckner im Zwiegespräch mit Salsa und Samba

Die Palette verschiedener Konzerte beim Linzer Brucknerfest - vom Sinfoniekonzert bis zum Jazz - wurde heuer mit einem weiteren "Farbtupfer" versehen. Am Dienstag gastierte das deutsche STEGREIF.orchester im Großen Saal des Linzer Brucknerhauses. Es handelte sich dabei nicht nur um ein Linzer Debüt, sondern um den ersten Auftritt des jungen, 2015 gegründeten Ensembles aus Hamburg in Österreich.

STEGREIF widmet sich einer Mischung von sinfonischer Klassik mit Elementen des Jazz und der Musik aus verschiedenen Kontinenten. Breiten Raum nimmt dabei die Improvisation ein, weshalb auswendig, stehend und ohne Dirigenten musiziert wird. Jedes Jahr erarbeiten die Musiker und Musikerinnen aus zehn Ländern ein neues Konzertprogramm. Markenname ist dabei der Begriff "#free". Nach Linz brachte man das vor zwei Jahren entstandene Programm #freebrahms.

Darin wird die 3. Sinfonie von Johannes Brahms neu interpretiert. Wegen des heurigen Brahms-Bruckner-Schwerpunktes beim Linzer Brucknerfest wurden auch "kleine Auszüge" aus Anton Bruckners Sinfonie Nr. 4 einer jedoch wenig auffallenden Bearbeitung unterzogen. Das diese Sinfonie einleitende Horn-Motiv, bildete auch den Auftakt. In den folgenden 75 Minuten wechselten die musikalischen Stile in faszinierender Weise zwischen klassischem Orchester und Jazz, komponierte Abschnitte wechselten mit Improvisation.

Jede und jeder der 22 Musiker erhielt Soloauftritte, man musizierte in Orchestergruppen, auch im musikalischen Zwiegespräch mit der Jazz-Formation, und deren eigenen Beiträgen. Choreografierte Bewegungen des Ensembles begleiteten meditative und ekstatische Abschnitte, und auch die menschliche Stimme (solistisch und als Chor) diente als Ausdrucksform. Selbst Salsa-Rhythmen und brasilianische Samba vertrugen sich an diesem Abend mit sinfonischer Klassik. Alles in allem erlebte man eine hoch professionelle und perfekt abgestimmte Show, deren Musik und ihre neue Vermittlung das Publikum mitriss. Frenetischer Beifall.

Quelle: APA

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