Kultur

Crossing Europe 2019 mit neuer Jugendschiene und mehr Budget

Mit einem gewohnt politischen Programm, einer neuen Jugendschiene und mehr Budget als zuletzt startet das internationale Filmfestival Crossing Europe heuer in seine 16. Saison. Das laut eigenen Angaben nach Viennale und Diagonale drittgrößte Filmfestival Österreichs zeigt in Linz von 25. bis 30. April 149 Spiel- und Dokumentarfilme aus 48 Ländern. Ein Überblick wurde am Mittwoch präsentiert.

In den vier Wettbewerbssektionen - Spielfilme, Dokus, Local Artists und der neuen Jugendschiene YAAAS! - werden Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von 30.000 Euro vergeben. Daneben ergänzen traditionell weitere Themenblöcke das Programm: Die Arbeitswelten stehen heuer unter dem Titel "Independent Women", das European Panorama Fiction & Documentary zeigt Highlights der aktuellen Festivalsaison. Ebenfalls bereits ein Fixpunkt sind die Reihen Architektur & Gesellschaft sowie das Cinema Next Europe.

Eröffnet wird heuer u.a. mit dem Streifen "Systemsprenger", der bei der diesjährigen Berlinale einen Silbernen Bären erhalten hat. Ebenfalls am ersten Abend zu sehen sind das Melodram "Petra" des Tribute-Gastes Jaime Rosales sowie der Streifen "Bota" von Iris Elezi, der dystopische Polit-Thriller "Sons of Denmark" und - in der Programmsektion Local Artists - die Doku "Elfie Semotan, Photographer" von Joerg Burger. Der österreichischen Foto-Künstlerin Semotan ist zeitgleich eine Ausstellung im OÖ Kulturquartier gewidmet.

Das Programm ist gewohnt politisch: So gibt Vitaly Mansky im Dokumentarfilm "Putin's Witnesses" Einblicke in das erste Amtsjahr des russischen Präsidenten aus direkter Nähe. In "Premiere Campagne" aus Frankreich zeigt Audrey Gordon den Aufstieg von Emmanuel Macron. Der Spielfilm "The Announcement" von Mahmut Fazil Coskun hat einen Staatsstreich in der Türkei zum Thema und die Doku "Hungary 2018" von Eszter Hajdu begleitet einen ungarischen Oppositionspolitiker im Wahlkampf.

Weitere Programm-Highlights: In "The Souvenir" spielt Honor Swinton Byrne an der Seite ihrer Mutter Tilda Swinton. Thomas Heise begleitet in seinem mehrstündigen Opus "Heimat ist ein Raum aus Zeit" eine Familie durch ein ganzes Jahrhundert. Und zum Abschluss des Festivals steht "Gott ist eine Frau und heißt Petrunya" der aus Mazedonien stammenden Regisseurin Teona Strugar Mitevska am Programm.

Das Tribute, im Rahmen dessen das Gesamtwerk eines Filmemachers zu sehen ist, widmet Crossing Europe heuer dem Spanier Jaime Rosales. Der als experimentierfreudig bekannte Regisseur und Drehbuchautor hat seine sechs Langspielfilme im Gepäck. Sein aktueller Streifen "Petra" feiert im Rahmen des Festivals Österreich-Premiere. Das Spotlight, das nur einen Ausschnitt aus dem Schaffen eines Künstlers zeigt, ist der albanischen Filmemacherin Iris Elezi gewidmet.

Das finanzielle Korsett sitzt heuer etwas lockerer als zuletzt: Nach 600.000 Euro Budget 2018, wurden die Mittel für 2019 auf 660.000 Euro aufgestockt, laut Festivalleiterin Christine Dollhofer eine "dringend benötigte Budgeterhöhung". Von den zehn Prozent plus kommen sieben aus Kulturfördertöpfen von Stadt und Land, drei von anderen Fördergebern, Sponsoren und Partnern. Die zusätzlichen Mittel flossen einerseits in längst fällige Investitionen bzw. steigende Strukturkosten und andererseits die neue YAAAS!-Jugendschiene.

Quelle: APA

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