Kultur

Das deutsche Unwort lautet "Klimahysterie"

Mit diesem Wort würden Bemühungen für Klimaschutz diffamiert, stellt die deutsche Jury fest, die auf unangemessene Sprache hinweist.

Das deutsche Unwort des Jahres 2019 heißt "Klimahysterie". Mit diesem Wort würden Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und wichtige Debatten zum Klimaschutz würden diskreditiert, sagte die Sprecherin der Jury der sprachkritischen Aktion, Nina Janich, am Dienstag. Der Begriff pathologisiere pauschal das Engagement für den Klimaschutz als Art kollektive Psychose. Das Wort sei von mehreren Vertretern von Politik, Wirtschaft und Medien benutzt worden. Beispielsweise hat AfD- Politiker Alexander Gauland im Juni des Vorjahres gesagt: "Die Klimahysterie der anderen Parteien wird die AfD nicht mitmachen."

In Österreich waren das Wort des Jahres sowie das Unwort des Jahres im Dezember des Vorjahres gekürt worden, beide Begriffe bezogen sich auf die Affäre um das "Ibiza-Video". Wort des Jahres wurde bei der alljährlich von der Gesellschaft für Österreichisches Deutsch (GSÖD) mit der APA durchgeführten Wahl "Ibiza", Unwort des Jahres war die "b'soffene G'schicht".  In Deutschland wurden diesmal 671 Einsendungen mit 397 Vorschlägen eingereicht. Rund fünfzig Vorschläge entsprachen den Kriterien, wie etwa "Bauernbashing", "Ökodiktatur", "Umvolkung", "Bevölkerungsexplosion" oder "Ethikmauer". Die Zahl der Einsendungen ging damit aber erneut zurück. Im Jahr davor waren es mehr als 900 gewesen. Früher gab es auch über 2000 Vorschläge.

Das Unwort des Jahres wird in Deutschland seit 1991 gesucht. Im vergangenen Jahr war es "Anti-Abschiebe-Industrie" vom CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt. 2017 fiel die Wahl auf "Alternative Fakten".

Die sprachkritische Aktion möchte auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Dabei werden Wörter gerügt, die gegen die Prinzipien von Menschenwürde und Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistische, verschleiernde oder irreführende Formulierungen sind. Reine Schimpfwörter zählen nicht. Die Jury richtet sich nicht nach der Menge der Vorschläge für ein einzelnes Wort.

Quelle: SN, Dpa

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