Kultur

Der deutsche Intellektuelle Karl Heinz Bohrer ist tot

 SN/hanser/peter-andreas hassiepen

Karl Heinz Bohrer, 1932 in Köln geboren, ist am Mittwoch in London gestorben. Dies teilten Hanser- und Suhrkamp-Verlag am Donnerstag mit. Mit "Granatsplitter" hat er eine aufrüttelnde Geschichte der Kriegs- und Nachkriegszeit aus der Sicht eines Kindes und Jugendlichen geschrieben und damit famose Erzählkunst bewiesen. Eigentlich war Karl Heinz Bohrer Literaturwissenschafter - zuletzt an der Universität Bielefeld und seit 2004 Visiting Professor an der Stanford University. Doch sein breites, eigenwilliges geisteswissenschaftliches Allgemeinwissen machte ihn zu dem, was "Der Spiegel" einmal als "einer der schillerndsten und umstrittensten deutschen Intellektuellen" bezeichnete. Viele Jahre war er Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in London, wo er auch zuletzt gelebt hat. 1982 übernahm er die Professur für Neuere Deutsche Literaturgeschichte in Bielefeld. Unter Karl Heinz Bohrers Herausgeberschaft von 1984 bis 2011 wurde der "Merkur" zur herausragenden deutschsprachigen Zeitschrift für Kultur im weiten Sinne.

Zuletzt erschienen von ihm im Hanser Verlag "Imaginationen des Bösen. Zur Begründung einer ästhetischen Kategorie" (2016) sowie "Kein Wille zur Macht" (2020). Der Suhrkamp-Verlag bringt im September 2021 "Dreizehn alltägliche Phantasiestücke" unter dem Titel "Was alles so vorkommt" postum heraus.


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