Kultur

Geschnitten und gestochen: Akademie zeigt Dürer-Grafiken

100.000 Druckgrafiken umfasst die Sammlung des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien, darunter auch 500 Blätter von Albrecht Dürer. Unter dem Titel "Von Hexen, Meerwundern und der Apokalypse" zeigt man nun im Theatermuseum, wo die Gemäldegalerie der Akademie während der Renovierung zu Gast ist, das von 1495 bis 1500 entstandene druckgrafische Frühwerk des deutschen Künstlers.

Ausbleibende Gemäldeaufträge waren für Dürer (1471 - 1528), der nach seinen Wanderjahren 1495 in seine Heimatstadt Nürnberg zurückkehrte, ausschlaggebend für eine intensive Auseinandersetzung mit den damals recht neuen Methoden von Kupferstich und Holzschnitt, von denen er bis zur Jahrhundertwende 25 respektive 32 anfertigte. In der Präsentation im Theatermuseum, wo die Akademie regelmäßig einen Durchgang in der Gemälde-Schau bespielt, finden sich nun bis zum 3. März eine Auswahl von 29 Blättern Dürers, die einen eindrucksvollen Blick auf sein druckgrafisches Schaffen bieten.

Kurator Rene Schober traf dabei eine Auswahl, die auch die parallel laufende Entwicklung der beiden Techniken chronologisch aufarbeitet. Ausschlaggebend für den nun gewählten Zeitraum war auch die konsequente Verwendung des Monogramms "AD", die um 1495 einsetzte und fortan Dürers Werke zierte. Inhaltlich widmete sich Dürer vor allem in den Holzschnitten religiösen Themen, während er sich in den feiner gearbeiteten Kupferstichen auch weltlichen Themen, antiken Mythen oder humanistischem Gedankengut widmete, wie Schober am Montag bei der Presseführung erläuterte.

Ein Beispiel dafür sind etwa die "Vier nackten Frauen (Die vier Hexen)", "Die Versuchung des Müßiggängers (Der Traum des Doktors)" oder "Das Meerwunder". Auch Arbeiten aus der Buchserie der "Apokalypse" haben Eingang in die Schau gefunden. Allesamt Werke, die laut dem Kurator "mit ihrer Größe, handwerklichen Präzision und durchdachten Komposition den Holzschnitt und den Kupferstich zur eigenständigen Kunstgattung erhoben".

Beheimatet ist die Sammlung übrigens schon seit langem aus Platzgründen im Depot der Albertina, nach der Renovierung der Akademie soll aber auch sie in das neu geschaffene Depot am Schillerplatz übersiedeln, wie Gemäldegalerie-Direktorin Julia M. Nauhaus sagte. Als nächste Kupferstich-Ausstellung kündigte sie eine "Carte blanche für Anna Reisenbichler" an, die sich unter dem Titel "I work too much, work too little" ab 15. März mit den Sammlungsbeständen auseinandersetzt. Anlässlich des 350. Todestags von Rembrandt ist man ab 20. Juni in der Residenzgalerie in Salzburg zu Gast, im Herbst folgen Zeichnungen von Joseph Anton Koch zu Dantes "Göttlicher Komödie".

Quelle: APA

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