Kultur

Gestohlener Picasso nach 20 Jahren in Amsterdam gefunden

Arthur Brand wird auch "Indiana Jones der Kunstwelt" genannt. Er fand das wertvolle Gemälde. Es war vor 20 Jahren von der Yacht eines Scheichs verschwunden. Das war aber nicht der erste Fund des Kunstdetektivs.

Seit mehreren Jahren war der Kunstdetektiv Arthur Brand Picassos "Buste de Femme" auf der Spur. Nun verhalfen dem "Indiana Jones der Kunstwelt" offenbar Tipps aus der Unterwelt zum Erfolg. Das berichtete die Zeitung "De Volkskrant" am Dienstag. "Das Gemälde ist noch in gutem Zustand", sagte Brand der Zeitung. Picasso schuf "Buste de Femme" (Dora Maar) im Jahr 1938. Heute wird der Wert des Gemäldes auf 25 Millionen Euro geschätzt. Unbekannte hatten das Bild 1999 von der Jacht eines saudischen Scheichs im südfranzösischen Antibes gestohlen. Das Schiff befand sich dort für Renovierungsarbeiten. Die Versicherung hatte damals eine Belohnung von 400.000 Euro ausgesetzt, dennoch fehlte von dem Kunstwerk lange Zeit jede Spur.

2015 bekam der bekannte Detektiv erstmals einen Hinweis, dass sich das Gemälde in den Niederlanden befinden und dort seit 2002 in der Unterwelt kursieren solle. Es sei als Sicherheit für Drogen- und Waffengeschäfte verwendet, sagte Brand "De Volksrant". Letztlich stieß er auf einen Geschäftsmann, der im Besitz des Gemäldes war. Dieser soll es als Bezahlung bekommen haben. Er wollte es zurückgeben, nachdem er von dem Diebstahl gehört hatte. Das Bild ist nach Angaben des Detektivs inzwischen der Versicherung übergeben worden. Zwei Experten hätten zuvor die Echtheit bestätigt. Davor, berichtete "De Volksrant", hängte Brand das Bild aber noch in seiner Wohnung an die Wand - zumindest für eine Nacht.

Der Kunstdetektiv machte schon des öfteren Schlagzeilen. Zuletzt im Jänner, als er zwei antike Steinblöcke mit Reliefs in einem Privatgarten in London wiederfand. Die 1400 Jahre alten Kunstwerke waren vor 15 Jahren aus einer westgotischen Kirche in Nordspanien gestohlen wordengestohlen worden. Ein Kunsthändler brachte sie nach London und verkaufte sie als Gartendeko - für mehr als 55.000 Euro pro Stück.

Weltweite Bekanntheit erlangte Brand im Jahr 2015, als er in Deutschland zwei Bronzepferde des NS-Bildhauers Josef Thorak wiederfand, die einst vor Hitlers Reichskanzlei in Berlin gestanden hatten und nach dem Mauerfall verschwunden waren. Bereits ein Jahr später löste er erneut Aufsehen aus, als er in der Ukraine fünf Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufstöberte, die zuvor aus einem niederländischen Museum gestohlen worden waren.

Quelle: Apa/Dpa/Ham

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