Kultur

Grazer Volkskundemuseum ist "Mythos Tankstelle" auf der Spur

Im Grazer Volkskundemuseum vermeint man derzeit das Benzin zu riechen: Unter dem Titel "Mythos Tankstelle" ist man der Entwicklung und der Bedeutung der Treibstoffinseln auf der Spur. "Es geht um die historische, kulturelle und soziale Dimensionen, die wir mit Tankstellen verbinden", erklärte Kurator Helmut Eberhart bei der Presseführung am Dienstag.

Benzinabgabestellen als Orte der Begegnung SN/APA/KARIN ZEHETLEITNER
Benzinabgabestellen als Orte der Begegnung

Die Sonderausstellung des Museums widmet sich jenem Ort, der nicht nur der Versorgung mit Treibstoff dient, sondern immer schon auch andere Funktionen innehatte. Dabei war die allererste "Tankstelle" eine Apotheke in Wiesloch (Deutschland), in der die Ehefrau von Automobilerfinder Carl Benz Treibstoff für eine Fahrt von Mannheim nach Pforzheim kaufte. Ab 1917 wurden in den USA Tankstellen gebaut, die erste Benzinabgabestelle in Österreich gab es 1924 auf dem Grazer Jakominiplatz.

"Wir wollen mit dieser Ausstellung die Tankstelle von gestern, heute und morgen zeigen, ihre Entwicklung vom reinen Spritversorger bis hin zum modernen Nahversorger. Denn Tankstellen sind heute auch Orte der Begegnung", meinte Jürgen Roth, Obmann der Wirtschaftskammer-Fachgruppe Energiehandel, die an der Schau beteiligt ist.

Zu sehen ist in der von Eberhart und Eva Kreissl gestalteten Ausstellung unter anderem ein Nachbau jenes Fahrzeugs, mit dem Berta Benz 1888 zusammen mit ihren Söhnen die erste Überlandfahrt unternahm. Alte Zapfsäulen sind ebenfalls ausgestellt, auch ein Bastelbogen aus den 50er-Jahren, mit dem man sich seine eigene kleine Tankstelle aus Karton gestalten konnte. Ein Bereich ist den Shops und Cafes nachempfunden, um auf die Funktion als Ort der Begegnung und des Nahversorgers zu verweisen. In einem kleinen Raum können Werbefilme angeschaut werden, und die Bilderserie "Gasoline Stations" (2008) von Eric Tabucci zeigt Tankstellen als Ruinen in der Landschaft.

Quelle: APA

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