Kultur

In Wiener Neustadt ist die "Welt in Bewegung!"

In Wiener Neustadt ist die "Welt in Bewegung!". Unter diesem Motto und mit dem Untertitel "Stadt.Geschichte.Mobilität." öffnet am Samstag die Niederösterreichische Landesausstellung 2019 ihre Pforten. Die Schau geht in den Kasematten und im Museum St. Peter an der Sperr in Szene. Auf etwa 3.300 Quadratmetern dreht sich bis 10. November alles um das Thema Bewegung.

Die Kasematten, einst Stadtbefestigung, sind heute Architekturdenkmal. Hier wird die Geschichte der Mobilität erzählt. Im Mittelpunkt stehen Wiener Neustadt und seine Beziehungen zur Region und zur Welt, dargestellt mit großen, aufgeklappten Büchern. Eines der Highlights ist der Originalrennwagen "Sascha", konstruiert 1922 von Ferdinand Porsche.

"Die Besucher sollen sich von den Objekten verführen lassen", sagte Beat Gugger, neben Gerhard Proksch einer der Kuratoren der Schau, bei einer Führung am Freitag. Nach seinen Worten findet sich in den Kasematten ein wahres "Sammelsurium". Die Zeitreise, die auch die Region um Wiener Neustadt mit Buckliger Welt-Wechsel, Semmering-Rax, Schneebergland und Wiener Neustädter Kanal "mitnimmt", endet im letzten der Gewölberäume mit der Frage, wie Mobilität in der Zukunft praktiziert werden soll und kann.

Als "spannend" bezeichnete der künstlerische Leiter Kurt Farasin die zwei Standorte der Landesausstellung, "verbunden mit einem Spaziergang durch die Stadt". Geht man vom Bahnhof Wiener Neustadt zu den Kasematten etwa sieben Minuten, sind es von dort zum ehemaligen Kloster St. Peter an der Sperr aus dem 13. Jahrhundert gut zehn Minuten. Der Weg führt über den Haupt- und den Domplatz - mitten durchs Zentrum. "'Welt in Bewegung!' heißt auch Gast in Bewegung", schmunzelte Farasin.

In St. Peter an der Sperr präsentiert sich Wiener Neustadt im Spiegel der Weltgeschichte. Im Blick steht zunächst das Wirken der Habsburger Kaiser Friedrich III. - man erfährt etwa, dass er während seiner Regentschaft 33.826 Reisekilometer zurückgelegt hatte - und Maximilian I., die vom Süden Niederösterreichs aus regiert haben. Man habe einige "Rosinen" der Wiener Neustädter Geschichte herausgepickt, betonte Gugger.

"Eines der absoluten Spitzenstücke" der Schau ist auch für den Kurator der Corvinusbecher. Er ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil der Identität von Wiener Neustadt.

Eine "geballte Ladung an Information" gibt es über Industrie- und Wirtschaftsgeschichte Wiener Neustadts, die Fabriken und Arbeiter, die Rüstungsindustrie und auch den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Kirchenschiff von St. Peter an der Sperr schließlich stehen "innovative Persönlichkeiten" der Stadt von heute im Mittelpunkt. Sie sind als lebensgroße Silhouetten abgebildet. Für Ausstellungsmacher sei es "toll, einen solchen Raum zu haben", schwärmte Gugger.

INFO: Niederösterreichische Landesausstellung 2019, "Welt in Bewegung! Stadt.Geschichte.Mobilität." in den Kasematten und im Museum St. Peter an der Sperr in Wiener Neustadt, 30. März bis 10. November, täglich 9 bis 18 Uhr, Führungen an beiden Standorten jeden Tag um 10.30, 14 und 16 Uhr, alle Infos unter www.noe-landesausstellung.at

Quelle: APA

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