Kultur

Kultur-Neustart: Museum der Moderne Salzburg zeigt Kubelka und Thöny

Direktor Sadowsky rechnet durch Corona-Pandemie mit Besucherrückgang um 50 Prozent.

Das Museum der Moderne öffnet am Samstag wieder seine Pforten. SN/robert ratzer
Das Museum der Moderne öffnet am Samstag wieder seine Pforten.

Mit einem vielfältigen Ausstellungsprogramm eröffnet das Museum der Moderne Salzburg nach einer dreimonatigen durch die Corona-Pandemie bedingten Pause am Samstag wieder seine Pforten: Zu sehen sind Ausstellungen mit Werken von Friedl Kubelka vom Gröller, Wilhelm Thöny sowie japanische Fotografie und Videoporträts.

Man müsse noch abwarten, aber er gehe in diesem Jahr von 50 Prozent weniger Besuchern aus, sagte Direktor Thorsten Sadowsky am Freitag bei einem Pressegespräch: "In diesem Jahr wären 50.000 bis 60.000 Besucher ein gutes Ergebnis." Der Rückgang bringe auch Umsatzeinbußen. Trotzdem werde man das geplante Ausstellungsprogramm umsetzen, es komme allerdings zu Verschiebungen. So soll die ursprünglich für den Sommer geplante Ausstellung des britisch-nigerianischen Künstlers Yinka Shonibare CBE "End of Empire" erst im Frühjahr 2021 eröffnet werden.

Mit der Personale der österreichischen Künstlerin Friedl Kubelka vom Gröller, einer umfangreichen Schau mit Werken von Wilhelm Thöny, einer Ausstellung mit japanischen Fotografien sowie Videoporträts aus der Sammlung Generali Foundation bietet das Museum an seinen zwei Standorten auf dem Mönchsberg sowie im Rupertinum ein breites Spektrum für die Besucher. Die Ausstellungen stehen für sich, sind aber auch durch einen zarten roten Faden verbunden: Es sind Befragungen und Auseinandersetzungen mit dem Bestand des Museums und den Sammlungen, die sich am Haus befinden.

So formiert sich "Das Ich im Spiegel des Anderen" mit Fotografien und Filmen von Friedl Kubelka vom Gröller aus der Sammlung der Generali Foundation. Es seien auch viele selten gezeigte Arbeiten aus dem Privatbesitz der Künstlerin zu sehen, kündigte Kurator Jürgen Tabor an. Da gibt es beispielsweise ein intimes, berührendes Fotoporträt ihrer Tochter Louise Anna Kubelka. Vom zweiten Tag nach ihrer Geburt bis zum 18. Lebensjahr sind jeden Montag Morgen Fotos ihrer Tochter entstanden. Auch die Jahresporträts oder das tausendteilige Porträt ihrer Mutter zeigen Emotionen und Stimmungen, die sich nicht in Sprache fassen lassen. Ihr gehe es darum, mit der Kamera etwas sichtbar zu machen, was man sonst nicht sehen könne, sagte die Künstlerin. Die Starrheit des fotografischen Auges oder der Filmkamera habe sie in ihren Arbeiten ins Extreme gedreht.

Eng mit der Geschichte des Hauses verbunden ist auch Wilhelm Thöny. Das Museum verfügt über einen umfangreichen Bestand von Arbeiten mit einem Schwerpunkt aus den 1920er- und 1930er-Jahren, die unter dem Titel "Träumen in schwierigen Zeiten" gezeigt werden. Zeichnungen des nie veröffentlichten "Buchs der Träume" spüren den Albträumen des Künstlers in der Folge des Ersten Weltkriegs nach. Es sind Schreckgespenster, die mit einem Schuss Humor ins Groteske gedreht werden, und - obwohl vor 100 Jahren entstanden - recht aktuell wirken.

In der Fotosammlung des Museums hat der ehemalige Direktor des Rupertinums, Otto Breicha, einen starken Akzent auf japanische Fotografie der 1960er und 1970er-Jahre gelegt. Kuratorin Christiane Kuhlmann hat für die Schau "Die City - Das Land" Fotos zusammengestellt, die sich mit dem Verhältnis von Stadt, Land und Gesellschaft beschäftigen. Die neue japanische Fotografie habe versucht, ein Bewusstsein für die sich verändernde politische und soziale Realität zu schaffen. Auch hier sei es viel um das Gefühl gegangen, etwas nicht in Sprache ausdrücken zu können, meinte Kuhlmann.

Quelle: APA

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