Kultur

Kultur-Stillstand: Zuschauerobergrenze trifft Theater in Bayern hart

In immer mehr bayerischen Städten sind bei hohen Corona-Infektionszahlen maximal 50 Zuschauer erlaubt. Damit ist ein Spielbetrieb kaum zu finanzieren.

Für die Theater in Bayern ist eine Obergrenze von 50 Zuschauern bei hohen Corona-Infektionszahlen ein schwerer Schlag. "Eine Begrenzung auf nur 50 Personen macht aus einem modernen, offenen Haus ein elitäres Bollwerk", kritisierte die Bayerische Staatsoper in München. Den Häusern brechen wichtige Einnahmen weg, viele sehen sogar ihren Kulturauftrag in Gefahr.

Trotzdem wollen die meisten weiter spielen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Einige stellen den Spielbetrieb dagegen ganz oder teilweise ein, weil es für sie mit fünfzig Zuschauern schlicht nicht mehr rentabel ist.

"Gerade haben wir die Planungen für eine Bespielung unseres Hauses fertig, die wir sowohl auf der Bühne umsetzen als auch vor 200 Gästen einigermaßen wirtschaftlich abbilden können. Diese Arbeit war umsonst, wenn die Regelung so bleibt", hieß es vom Deutschen Theater in München. "Vor 50 Gästen wird es bei uns keine Vorstellungen geben, da dies wirtschaftlich nicht machbar ist." Das Mainfranken Theater, das sein Großes Haus gerade saniert, bespielt die Außenspielstätte "Theaterfabrik Blaue Halle" vorerst nicht mehr.

Immer mehr Städte und Regionen in Bayern überschreiten den Signalwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Dienstag hatten laut Robert-Koch-Institut (RKI) Städte wie München, Augsburg, Rosenheim, Würzburg oder Bayreuth die kritische Schwelle überschritten, ab der in Bayern bei Veranstaltungen nur noch 50 Menschen zugelassen sind. Nürnberg lag nur noch knapp darunter.

Quelle: Apa/Dpa

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