Kultur

Kulturherbst bietet Arthauskleinode und Blockbustergrößen

Langsam packen die Freiluftkinos ihre Sachen zusammen, und der Kinosommer nähert sich seinem Ende. Das ist die Zeit für künftige Blockbuster, Arthauspreziosen und nicht zuletzt viele Fortsetzungen von Fortsetzungen, die die regulären Kinoleinwände fluten. Aus Österreich sind dabei vornehmlich große Dokumentararbeiten am Start.

Terry Gilliams Streifen wird mit Spannung erwartet SN/APA (AFP)/ANNE-CHRISTINE POUJOUL
Terry Gilliams Streifen wird mit Spannung erwartet

Fast zwei Jahrzehnte hat es gedauert, bis Monty-Python-Legende Terry Gilliam nach Finanzierungsschwierigkeiten, Naturkatastrophen und Hauptdarstellererkrankung endlich seine Don-Quixote-Version auf die Leinwand bringen kann. Nach der Weltpremiere in Cannes, kommt "The Man Who Killed Don Quixote" mit Adam Driver und Jonathan Price nun endlich am 28. September in die heimischen Kinos. Weniger lustig geht es im Venedig-Starter "The Insult" zu. In der libanesischen Parabel lässt Regisseur Ziad Doueiri eine zunächst harmlose Begebenheit zwischen einem Christen und einem Palästinenser zur Metapher auf den seit Jahrzehnten schwelenden politischen Konflikt eskalieren (ab 19. Oktober im Kino). Am gleichen Tag und mit ähnlicher metaphorischer Qualität startet mit "Dogman" Matteo Garrones neues Werk, in dem der Filmemacher einen Hundesalonbesitzer zum Hauptdarsteller eines urbane Western macht.

Massentauglicher ist da der neueste Einsatz von Hollywooddiva Cate Blanchett und Starkomiker Jack Black, die ab 20. September in "Das Haus der geheimnisvollen Uhren" eine kindertaugliche Welt voller Hexen, Zauberer und anderer Mysterien erschaffen. Alles andere als jugendfrei fällt hingegen Melissa McCarthys neue Komödie "The Happytime Murders" aus, in der Brian Henson - Sohn von "Muppet Show"-Legende Jim Henson - als Regisseur Puppen im Kreis ejakulieren und Mordermittlungen führen lässt (ab 12. Oktober). Aus Deutschland dürfte "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm" zu den spannendsten Kinoprodukten des Herbstes gehören, verkörpern in Joachim A. Langs Historienfilm doch Lars Eidinger Bertolt Brecht und Tobias Moretti Mackie Messer. Ab 14. September zeichnet das Werk die vergeblichen Bemühungen des Jahres 1929 nach, die "Dreigroschenoper" auf die Leinwand zu bringen.

Aber auch der heimische Film gibt im Herbst ein deutliches Lebenszeichen von sich, wenn Nikolaus Geyrhalter seine neue Dokumentarfilm "Die bauliche Maßnahme" (ab 7. September) ins Kino bringt, in der sich der gesellschaftspolitisch engagierte Filmemacher mit der Schließung der Brennergrenze und den Auswirkungen auf die Bewohner beschäftigt. Ebenfalls aus dem in Österreich erfolgreichen Dokugenre kommt Ruth Beckermanns Aufarbeitung "Waldheims Walzer", die nach zahlreichen Festivalerfolgen am 5. Oktober anläuft. Diese Trias wird von "Zu ebener Erde" vervollständigt, für die Birgit Bergmann, Steffi Franz und Oliver Werani Wiener Obdachlose porträtieren (ab 28. September). Und nach dem Diagonale-Erfolg kommt Stefan Bohuns berührende Dokuarbeit "Bruder Jakob, schläfst du noch?" über den Selbstmord seines Bruders auf die Leinwand (ab 14. September). Aber auch bei den Spielfilmen lässt Österreich von sich hören, wenn Stefan Lukacs mit "Cops" die Dramatisierung des Falls eines Polizisten zeigt, der einen jungen Mann in vermeintlicher Notwehr erschießt (ab 21. September).

Ansonsten lautet auch im heurigen Herbst das Übermotto "Fortsetzung folgt": Der Superhelden-Animationshit "Die Unglaublichen" findet nach zehn Jahren mit "Die Unglaublichen 2" seine Fortsetzung (ab 27. September), Predator darf in "Predator - Upgrade" zum bereits vierten Mal auf Jagd gehen (ab 13. September), auf Folge 3 bringt es die Verfilmung des schwedischen Kinderklassikers "Pettersson und Findus" mit "Findus zieht um" (ab 14. September), während der Harry-Potter-Spin-off "Phantastische Tierwelten" ab 14. Dezember mit "Grindelwalds Verbrechen" in eine neue Runde geht. Und am 20. Dezember können sich Fans auf "Mary Poppins' Rückkehr" gefasst machen.

Quelle: APA

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