Kultur

Malereien und alles rund ums Geld im Grazer Kindermuseum

Bei den neuen Ausstellungen im Grazer Kindermuseum "Frida & Fred" dreht sich alles um Malerei und Geld: Kinder ab drei Jahren dürfen in einem wahren Atelierparadies ihrer Kreativität mit 9.000 Liter Farbe freien Lauf lassen, während die etwas älteren Kinder mit Bankomat, Tauschgeschäften und der Budgetwaage in Kontakt treten. Im Forschungslabor "Alles im Lot" geht es um Balance und Gleichgewicht.

Ab Samstag heißt es "Mal mal" SN/APA/INDRIG KORNBERGER
Ab Samstag heißt es "Mal mal"

Geschäftsführer Jörg Ehtreiber hat am Donnerstag die neuen Ausstellungen den Medien präsentiert und die Schau "Mal mal" ein dreidimensionales Mitmach-Erlebnis genannt: "Wir wollen die Kreativität fördern und zwar in einem Setting, das viele nicht so gerne zu Hause zur Verfügung stellen wollen: Wir malen hier nur mit Flüssigfarben." Entsprechend wird gekleckert und gepatzt, doch darum geht es. Die Kinder sollen sich trauen, die Pinsel zu schwingen - ohne Rücksicht auf die Umgebung. Das Ausstellungsareal wurde großzügig mit Lacken an den Decken und Karton auf den Böden "gesichert". Dazwischen sind zwei Meter hohe Leinwände, Staffeleien und Zeichenpapier zu finden.

"Viele der Kinder trauen sich die Farbe gar nicht mehr angreifen, weil es daheim als schmutzig vermittelt wird", meinte Ehtreiber. Doch auch die schüchternsten Kinder würden nach einer Stunde aus sich herausgehen und zu kleinen Jackson Pollocks werden, meinte der Geschäftsführer nach dem Fotoshooting mit Kindern am Tag vor der Presseführung. Empfohlen wird eigene Kleidung mitzubringen, die schmutzig werden darf. Besucher werden auch ersucht, alte Hemden dem Museum zu überlassen. Die werden nach Gebrauch gewaschen und den nächsten Kindern zu Verfügung gestellt. Eine Schmutzschleuse sorgt übrigens dafür, dass kein nasser Farbpatzen das Atelier verlässt.

Etwas profaner stellt sich die Ausstellung "Was kost' die Welt?" dar, die für Kinder ab acht Jahren geeignet ist: Bank, Geschäft und eine Notendruckerei vermitteln den Umgang mit Zahlungsmitteln. Geld wird als Tauschmittel vorgestellt, aber auch ideelle Werte sollen nicht zu kurz kommen. Bei den einzelnen Stationen kann erworbenes Wissen in Währung umgemünzt werden, die dann auf eine Art Bankomatkarte gespeichert wird. Mit genügend "Geld" wird auch der Zugang zur Luxusstation möglich, wobei es da zu der einen oder anderen Diskussion zwischen Eltern und Kindern kommen kann: "Meist versuchen die Eltern die Kinder zum Kauf des Zugangs zu überreden. Dort angekommen, können sie dann Geld zum Fenster hinauswerfen, was die Kleinen dann oft als schade empfinden", beschrieb Ehtreiber.

"Was kost' die Welt" ist eine Wiederaufnahme: Die Ausstellung ist bereits 2011 gelaufen und wurde in der Zwischenzeit beispielsweise an Serbien, Bulgarien, Rumänien, Tschechien oder die Slowakei verliehen. Das neue Forschungslabor im Kindermuseum widmet sich dem Thema "Alles im Lot": Es geht um Körpererfahrungen mit Balance und Gleichgewicht.

Die neuen Ausstellungen (weitere Infos unter http://fridaundfred.at) haben rund 180.000 Euro gekostet, wobei die Wiederaufnahme der Geldausstellung, in die beim ersten Mal mehr investiert werden musste, nun gerade einmal mit etwa 70.000 Euro zu Buche schlug. 2018 wurden mit 99.191 Gästen ein neuer Besucherrekord verzeichnet. Mit dazu beigetragen hat eine Volksschulaktion: Die Besuche wurden von der Stadt Graz gefördert und Klassen konnten dadurch zum Nulltarif ins Museum. Stadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) sagte am Donnerstag, dass die Aktion verlängert wird.

Quelle: APA

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