Kultur

Mit der Kaiserkrone in die EU

Österreich wird während seiner EU-Präsidentschaft in Brüssel eine reich bestückte Visitenkarte abgeben. Allerdings schildert Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) davon nur das Unmoderne.

Minister Gernot Blümel (ÖVP) im „mobile Miniaturmuseum“ für die Österreichs EU-Ratspräsidentschaft SN/bka/andy wenzel
Minister Gernot Blümel (ÖVP) im „mobile Miniaturmuseum“ für die Österreichs EU-Ratspräsidentschaft

Mit einem riesigen Konterfei der Reichskrone aus der Schatzkammer wird Österreich seine kulturelle Visitenkarte während der EU-Ratspräsidentschaft in Brüssel abgeben. Ein weißer, etwa drei Meter hoher Kubus, den innen und außen Reproduktionen berühmtester Stücke der Bundesmuseen zieren, wird im zweiten Halbjahr im EU-Ratsgebäude aufgestellt. Warum prangt da als titelgebendes Bild die Krönungsinsignie des Heiligen Römischen Reiches? Diese Krone stehe als Symbol "für 1000 Jahre europäische Geschichte" - sei es Karl der Große, Otto III., Kreuzzüge oder Westfälischer Friede, sagte Kultur- und EU-Minister Gernot Blümel am Montag in der Pressekonferenz in Wien. Die Krone stehe für Verwerfungen wie für Einigungen in Europa. Auf den Einwand, ob Österreich zur EU-Präsidentschaft sich nicht besser mit einem Symbol für Demokratie denn für Monarchie präsentieren sollte, konterte der Minister: Die Kaiserkrone sei "eine treffliche Wahl". Sie sei ein "politisches Symbol" für vielfältige Geschichte. Und da es "ein Museumsstück" sei, werde deutlich, dass diese Vergangenheit überwunden sei.

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