Kultur

Moderne Heimatfilme mit Wackersdorf, Waldheim und Grenzzaun

Das Festival "Der neue Heimatfilm" in Freistadt wartet von 22. bis 26. August mit sehr politischen Streifen auf: Zur Eröffnung stehen "Wackersdorf" über die verhinderte Atomaufbereitungsanlage und "Die bauliche Maßnahme" über den 2016 geplanten Grenzzaun zu Italien am Programm. Im Wettbewerb sticht Ruth Beckermanns bei der Berlinale als beste Doku ausgezeichneter Film "Waldheims Walzer" hervor.

Beckermanns "Waldheims Walzer" war schon bei der Berlinale beste Doku SN/APA (AFP)/AXEL SCHMIDT
Beckermanns "Waldheims Walzer" war schon bei der Berlinale beste Doku

Man wolle den Begriff Heimat nicht jenen überlassen, die Ausgrenzung Fremder und Heimattümelei mit Heimatliebe verwechseln, so die Festivalveranstalter von der Local-Bühne Freistadt. 60 Produktionen aus 16 Ländern stehen am Programm. Je sechs Spielfilme und Dokumentationen sind im Wettbewerb vertreten.

Der Spielfilmpreis ist mit 2.500, der Doku-Preis mit 1.500 Euro dotiert. Was das Budget - Größenordnung 60.000 bis 70.000 Euro - angeht, so macht sich Initiator Wolfgang Steininger noch etwas Sorgen: Im Gegensatz zum Bund und zur Stadt habe man vom Land bisher noch keine Verständigung erhalten.

Im deutschen Spielfilm "Wackersdorf", der zur Eröffnung zu sehen ist, stellt Regisseur Oliver Haffner den Landrat Hans Schuirer in den Fokus, der sich vom Anhänger zum Zweifler an dem umstrittenen Projekt entwickelte und somit einen wesentlichen Beitrag zu dessen Scheitern leistete. Der heute 87-jährige ehemalige SPD-Politiker kommt ebenso zur Premiere wie Hauptdarsteller Johannes Zeiler.

Der zweite Eröffnungsfilm, die österreichische Doku "Die bauliche Maßnahme" von Nikolaus Geyrhalter, geht der Frage nach, was ein Grenzzaun am Brenner vor Ort bedeuten würde.

Darüber hinaus erwartet die Besucher eine Hommage an den heuer verstorbenen Filmemacher Milos Forman sowie ein musikalisches Begleitprogramm. Bereits zum dritten Mal wird versucht, auch ein filmisches Fach abseits der Regie dem Publikum näherzubringen: Diesmal ist ein Schwerpunkt der österreichischen Szenenbildnerin Maria Gruber gewidmet. Für Besucher aus dem Zentralraum wird es heuer am Samstag (25. August) erstmals ein Shuttle von Linz nach Freistadt geben.

Quelle: APA

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