Kultur

Mountainfilm 2018: Grand Prix Graz für "Durch die Wand"

"Durch die Wand - The Dawn Wall" hat sich beim Mountainfilm Festival 2018 den mit 5.000 Euro dotierten "Grand Prix Graz" gesichert. Der Kletterfilm handelt von Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson, die die 1.000-Meter-Wand am "El Capitan" im Yosemite Nationalpark durchstiegen. Sie erhielten die Auszeichnung Samstagabend zum Abschluss des Festivals bei der Langen Nacht des Bergfilms im Grazer Congress.

Respekteinflößend – „El Capitan“ im Yosemite National Park in den USA.  SN/AFP
Respekteinflößend – „El Capitan“ im Yosemite National Park in den USA.

Die Jury vergab den Hauptpreis an Peter Mortimer und Josh Lowell. Der Film besteche nicht nur mit einer "herausragenden Kameraarbeit in der Wand, dem gelungenen Zusammenschnitt von Archivmaterial aus verschiedensten Quellen, einer spannenden und bewegenden Lebensgeschichte, sondern auch mit einer Fülle an Einsichten und Erkenntnissen, die auch Nichtkletterer daraus mitnehmen können. Wir dürfen einem außergewöhnlichen Menschen bei einem außergewöhnlichen Lernprozess zusehen - vom glanzlosen Außenseiter zum strahlenden Weltstar der Kletterszene trotz körperlicher Beeinträchtigung. Einem, der höchste und schwierigste Wände erklimmt und trotzdem als Mensch immer auf dem Boden bleibt, der sich von keinem Medienrummel beeindrucken lässt, seine Ziele unbeirrt weiter verfolgt und immer wieder mit kreativen Lösungen überrascht."

Die "Kamera Alpin Austria" - dotiert mit 2.000 Euro - erhielt Franz Hafner für "Russlands wildes Meer - Jahre im Überfluss". Der Jury zufolge ein "monumentaler Film": "Unter den extrem schwierigen logistischen Bedingungen einer dermaßen entlegenen Gegend so perfekte Bilder zu liefern, gelingt nur wenigen. Die narrative Kombination von Drohne und Unterwasserkamera ist nur ein Beispiel für die optimale Nutzung filmischer Mittel im Naturfilm."

Die "Kamera Alpin in Gold" wurde vier Mal mit je 3.000 Euro Preisgeld vergeben: In der Kategorie "Alpinismus & Expeditionen" erhielt sie der Deutsche Christian Schmidt für "Congenialita - The Attitude Of Gratitude". Die Jury sagte dazu unter anderem: "Dieses doppelte Selbstporträt vor dem Hintergrund einer extremen Herausforderung ist ein einziges bescheidenes Understatement. Man hätte die gemeinsame alpinistische Leistung der beiden Protagonisten durchaus heroisieren können, aber das eigentliche Thema des Films ist das ständig wachsende Vertrauen und der gegenseitige Respekt zwischen zwei Ausnahmebergsteigern."

In der Kategorie "Sport in Berg- & Naturräumen" erhielt Lie Feng die Auszeichnung für "Searching for Christmas Tree": "Eisklettern im kalten China wäre für westliche Zuseher schon Überraschung genug. Noch erstaunlicher ist jedoch die Kombination zweier Leidenschaften, die den Protagonisten treiben: extreme sportliche Herausforderung in Verbindung mit höchster landschaftlicher Ästhetik. Dank dieser doppelten Leidenschaft findet er den wohl ungewöhnlichsten Eiswasserfall der Welt. Anders als bei üblichen Sportkletterfilmen ist der Schauplatz hier nicht nur Hintergrund der Aktion, sondern steht gleichberechtigt mit dieser im Fokus."

Bei "Natur & Umwelt" ging die "Kamera Alpin in Gold" an Lothar Frenz für "Winzige Wunder - Die Wiese des Schreckens". Die Jury meinte: "Hier entstand auf kleinstem Raum, mit winzigen Akteuren ein großer Film. Die Bilder, die Geschichte, die Dramaturgie, Musik und Text ergeben, harmonisch komponiert, ein wahres Kunstwerk. Alle Elemente des Mediums werden hier ideal genutzt. So bleiben selbst die kleinen Monster der Natur sympathisch."

In der Kategorie "Menschen & Kulturen" räumten die Slowenen Jure Breceljnik und Rozle Bergar mit "The Last Ice Hunters" ab: "Ein 70 Minuten langer Film, der nie langweilt - dank eindrucksvoller eisiger Landschaftsbilder, verstärkt und nicht bloß untermalt durch Musik und Geräusche. Sehr natürlich wirkende Protagonisten erzählen in vielen situativen Statements von ihrem spannenden und oft schwierigen Leben in einer Kultur im Umbruch. Eine aufmerksame, pointierte Kamera schafft mit vielen Details ein sehr komplettes sinnliches Gesamtbild", so die Jury.

Quelle: APA

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