Kultur

Museumsbund fordert "definitive" KHM-Bestellung von Sabine Haag

Der Museumsbund Österreich fordert in einem Offenen Brief an Kulturminister Alexander Schallenberg die "definitive Bestellung" von Sabine Haag als Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums Wien (KHM). Damit reagiert der Museumsbund unter Präsident Wolfgang Muchitsch auf die jüngsten Ereignisse nach dem überraschenden Rücktritt von Eike Schmidt einen Monat vor Antritt seiner Position in Wien.

Haag derzeit noch interimistisch Generaldirektorin SN/APA (Archiv)/BARBARA GINDL
Haag derzeit noch interimistisch Generaldirektorin

"Als Vertretung der österreichischen Museumslandschaft und in Verantwortung um den Erhalt der hohen internationalen Reputation der österreichischen Museen und Sammlungen dürfen wir den dringenden Appell an Sie richten, der nunmehrigen Posse um die Bestellung der wissenschaftlichen Geschäftsführung des Kunsthistorischen Museums Wien ein konsequentes Ende zu setzen", heißt es in dem am Donnerstag verschickten Brief.

Darin ersucht der Museumsbund den Minister "eindringlich", auf ein neuerliches Ausschreibungsverfahren zu verzichten und die Entscheidung der Findungskommission der letzten Ausschreibung als Grundlage für die Bestellung der wissenschaftlichen Geschäftsführung heranzuziehen. In diesem Kommissions-Vorschlag sei Haag damals zweitgereiht - "wenn nicht sogar als gleichrangig vorgeschlagen" - hinter Schmidt - gewesen. Man habe "stets die Größe von Sabine Haag bewundert, die damalige Entscheidung nicht wegen Verletzung des Gleichbehandlungsgebotes zu bekämpfen".

Der italienische Ex-Kulturminister und ehemaliger Chef der Vatikanischen Museen, Antonio Paolucci, hofft indes, dass Schmidt ein zweites Mandat als Direktor der Uffizien in Florenz erhält. "Schmidt hat in diesen Jahren sehr gut gearbeitet, er hat grandiose Projekte in die Wege geleitet", so Paolucci im Interview mit dem TV-Sender "Toscana TV" am Donnerstag. "Im Interesse der Uffizien und der Stadt Florenz hoffe ich, dass (der italienische Kulturminister Dario, Anm.) Franceschini nach Überwindung des diplomatischen Streits mit Wien - den es gegeben hat, das kann man nicht leugnen - Schmidt als Uffizien-Direktor bestätigt", sagte der Kunsthistoriker.

Zu den großen Projekten, die Schmidt in Florenz initiiert habe, zähle laut Paolucci die Neugestaltung von Sälen in den Uffizien und das Projekt für die Restaurierung des "Corridoio Vasariano", einen aus dem 16. Jahrhundert stammenden 750 Meter langen Medici-Geheimgang. "Diese Projekte brauchen Zeit, bis sie umgesetzt werden können", erklärte Paolucci.

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