Kultur

Musikverein Festival entfällt im Jubiläumsjahr

Intendant Thomas Angyan hatte bis zuletzt gehofft, doch auch das Musikverein Festival im Mai und Juni - ein Höhepunkt der laufenden Jubiläumsspielzeit des Konzertbaus im 150. Jahr seines Bestehens - kann wegen der Coronasperren nicht stattfinden. Damit tritt für den Musikverein ein echter Härtefall ein. Das Vorarlberger Musikfestival Schubertiade sagte indes die ersten Zyklen 2020 ab.

Das Festival hätte am 8. Mai seinen Auftakt feiern sollen und war im Jubiläumsjahr zum 150er des Hauses und im Jubeljahr zum 250er von Ludwig van Beethoven bis zum 13. Juni dicht mit Höhepunkten bestückt. Neben einem Beethovenzyklus der Wiener Philharmoniker unter Andris Nelsons war auch ein Mahler-Symphonienzyklus mit verschiedenen Gast- und heimischen Orchestern geplant, Daniel Barenboim sollte alle Klaviersonaten des Jahresregenten spielen.

Von der Schubertiade-Absage sind die Perioden von 29. April bis 3. Mai und 4. bis 7. Juni (beide in Hohenems) sowie von 20. bis 28. Juni (in Schwarzenberg) betroffen. Festivalgründer und -leiter Gerd Nachbauer begründete die Absagen mit dem Veranstaltungsverbot bis Ende Juni. "Wir hoffen und sind zuversichtlich, dass die Konzerte von 16. bis 19. Juli (Hohenems), 22. bis 30. August (Schwarzenberg) und von 1. bis 6. Oktober (Hohenems) wie geplant stattfinden können", sagte Nachbauer. Darüber hinaus werde versucht, einige der abgesagten Konzerte auf Ende September zu verlegen. Voraussetzung für die Durchführung der Schubertiade ist die Reisefreiheit, da viele Besucher aus Deutschland, der Schweiz und Großbritannien kämen.

Die Festspiele Reichenau kündigten die Verschiebung des gesamten diesjährigen Programms auf 2021 an. "Die gewohnte künstlerische Qualität ist bei eingeschränkter Vorbereitung und ungewisser Durchführung nicht gegeben", hieß es auf der Webseite der Veranstalter. Das Programm umfasste Stücke von Johann Nestroy, Henry James, Carl Zuckmayer, Heimito von Doderer und Joseph Roth. 120 Vorstellungen waren ab 3. Juli angesetzt.

Auch das eigentlich für 13. bis 17. Mai geplante 13. Literaturfest Salzburg findet durch das Veranstaltungsverbot der Bundesregierung bis Ende Juni nicht wie geplant statt. Die Veranstaltung wird auf Ende Mai 2021 verschoben, teilte das Festival mit. Um einen Teil des geplanten Programms dennoch auf die Bühne zu bringen, soll im September 2020 einmalig ein "Literaturfest Spezial" stattfinden.

Zudem wurde das Woodstock der Blasmusik von 25. bis 28. Juni in Ort im Innkreis coronabedingt abgesagt. Das Festival zum zehnjährigen Jubiläum findet erst 2021 statt. Bereits gekaufte Tickets für die Veranstaltung, die 2019 rund 60.000 Besucher lockte, behalten für 2021 ihre Gültigkeit, können ab 4. Mai aber auch zurückgegeben werden, so die Veranstalter.

Quelle: APA

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