Kultur

Mythos trifft Gegenwart: Ausstellung "Gesichter der Europa"

Ursula Strauss auf der Leinwand? Keine große Sache, möchte man meinen. Doch wie man die österreichische Schauspielerin ab 1. Jänner im Museumsquartier sehen kann, ist ungewöhnlich: Die Leipziger Malerin Antoinette hat sie im Fauteuil sitzend porträtiert - nicht gerade im Leinwand-, aber doch im Großformat. Ihr Porträt ist Teil der Ausstellung "Gesichter der Europa", die zu Silvester eröffnet wird.

Das Strauss-Porträt ist Teil des von Antoinette 2014 begonnenen Zyklus "100 Jahre 100 Frauen", mit dem Antoinette an das in vielen Ländern Europas erst vor 100 Jahren eingeführte Frauenwahlrecht erinnern will. 36 davon werden in Wien zu sehen sein. Seit 30 Jahren arbeitet sie dagegen bereits am Bilderzyklus "Mythos Europa", großformatige Auseinandersetzungen mit der mythologischen Figur der Europa, von denen 50 in Wien gezeigt werden. "Europa braucht ein konkretes Gesicht", schilderte die Malerin bei der heutigen Pressekonferenz ihre Ausgangslage. Dann sei sie zur Erkenntnis gekommen: "Jeder ist das Gesicht Europas." Dem pflichtete auch Ursula Strauss bei: "Die Besucher sollen kommen und sich suchen!"

Was die Besucher in der bis 20. Februar im freiraum des Quartier 21 laufenden Schau außerdem erwartet, ist die Entstehung einer neuen Arbeit. In einer Performance will die Künstlerin mit Bleistift einen 20 Meter langen Fries auf Papier zeichnen. Dieser sei Teil eines europaweiten Projektes, hieß es heute.

Strauss ist jedenfalls froh, dass ihr Porträt fertig ist. "Ich musste drei Tage lang stillsitzen. So etwas fällt mir sehr schwer", sprach sie der Universitätsprofessorin Brigitte Unger und der Ex-Politikerin und Autorin Irmtraut Karlsson, die ebenfalls porträtiert wurden, aus der Seele. Die Zusammenarbeit, da waren sich alle einig, sei aber "wunderbar" gewesen. So wunderbar, dass Antoinette an eine Fortsetzung denkt. Die Künstlerin Richtung Strauss: "Ich bin mit Dir noch nicht fertig!"

Quelle: APA

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