Kultur

NS-Raubkunst in grafischer Sammlung der Kunsthalle Mannheim

Die Kunsthalle Mannheim hat ihre grafische Sammlung auf NS-Raubkunst durchforsten lassen und ist fündig geworden. In 25 Fällen besteht der Verdacht, dass die Nazis die Werke ihren Besitzern gestohlen haben oder diese ihr Eigentum unter Zwang verkaufen mussten. In einem Fall sei gewiss, dass es sich um Raubkunst handle, geht aus dem Abschlussbericht des Provenienzforschers Mathias Listl hervor.

Der Trinker von Wilhelm Leibl SN/kunsthalle mannheim
Der Trinker von Wilhelm Leibl

Dabei handelt es sich um die Radierung "Der Trinker" (1874) von Wilhelm Leibl. Diese habe die Kunsthalle 1944 von der Mannheimer "Verwertungsstelle volksfeindlichen und jüdischen Vermögens" erworben. Die Behörde verkaufte und verteilte vorwiegend in den Häfen von Rotterdam und Antwerpen zurückgelassenes Umzugsgut jüdischer Bürger Mannheims und Nordbadens an die Bevölkerung in Mannheim.

Der frühere Eigentümer der Arbeit ist unbekannt. Die 25 Druck- und Originalgrafiken vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert wurden ausnahmslos zwischen 1933 und 1945 von Kunsthändlern angekauft, die aktiv in den nationalsozialistischen Kunstraub involviert waren und von diesem profitiert haben.

Seit November 2011 untersucht die Kunsthalle Mannheim ihre Bestände systematisch nach NS-Raubkunst. Ziel des Projekts ist es, möglichst lückenlos die Besitzerwechsel aller vor 1946 entstandenen Kunstwerke zu klären. Der größte Teil der 2.253 Inventarnummern, die das Museum von 1933 an erworben hatte, ist nach Angaben der Kunsthalle allerdings unbedenklich.

Quelle: Apa/Dpa

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