Kultur

Rabl-Stadler will keine Tagespolitik auf Bühne in Salzburg

Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, mag keine allzu aktuellen Anspielungen auf der Bühne. "Tagespolitik hat bei einem internationalen Festspiel nichts zu suchen", sagte die 70-Jährige, die laut Vertrag noch bis 2020 im Amt ist, der "Süddeutschen Zeitung". Die heurige Ausgabe des traditionsreichen Festivals beginnt am 20. Juli.

Rabl-Stadler ist noch bis 2020 im Amt SN/APA (APA/Archiv)/BARBARA GINDL
Rabl-Stadler ist noch bis 2020 im Amt

"Lösungsmöglichkeiten für die Probleme unserer Zeit können wir nicht anbieten. Billige parteipolitische Statements wollen wir nicht abgeben. Aber mithilfe der Kunst in einer Zeit der vorschnellen Antworten zu Fragen anregen, das können wir ziemlich gut", sagte Rabl-Stadler. Sie persönlich habe sich beim Amtsantritt 1995 geschworen, als Festspielpräsidentin keine politischen Stellungnahmen abzugeben und sich daran gehalten, so die einstige ÖVP-Nationalratsabgeordnete.

Rabl-Stadler betonte: "Natürlich kann Salzburg auch kein Wallfahrtsort, keine bloße Stätte der erbaulichen Kunst mehr sein, wie sich das Max Reinhardt in den Wirren des Ersten Weltkriegs erträumte. Wir wollen durch die richtigen Fragen Position beziehen. Letztes Jahr haben wir mit Mozarts "La clemenza di Tito" bewiesen, dass man zur Flüchtlingsproblematik, zum Fremdsein etwas sagen kann, ohne dass man platt moralisch den Zeigefinger hebt."

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