Kultur

Salzburg Museum widmet sich Malerfreunden

Das Salzburg Museum widmet sich in der am Freitag, in der Neuen Residenz startenden Sonderausstellung "Faistauer, Schiele, Harta & Co - Malerei verbindet" dem künstlerische Schaffen und den privaten Verbindungen der drei bekannten Künstlerfreunde und ihren Zeitgenossen. Unter dem Motto der Reihe "Edle Gäste" wird dabei heuer ein Gutteil der Exponate vom Wiener Belvedere gestellt.

"Die Schau geht weit über eine Übernahme oder den Transfer einer Ausstellung hinaus. Sie wurde gemeinsam und in enger Kooperation der beiden Häuser entwickelt", sagte Belvedere-Generaldirektorin Stella Rollig bei einer Presseführung am Donnerstag. Zwar ist die Zusammenarbeit die Fortsetzung einer seit dem Jahr 2013 laufenden Ausstellungsreihe, bei der das Salzburg Museum einmal jährlich führende europäische Sammlungen an der Salzach begrüßt, heuer dürfte der Kooperation aber eine besondere Bedeutung zukommen. Denn mittelfristig soll in Salzburg eine dauerhafte Dependance des Belvedere entstehen.

Doch zurück zur Schau: Anton Faistauer und Egon Schiele lernten sich 1906 in Wien kennen. Der eine war damals 19, der andere 16 Jahre alt. Beide hatten ihre Schullaufbahn nicht abgeschlossen, beide wollten Künstler werden, beide brachen ihr Studium ab, weil sie mit der konservativen Einstellung ihres Professors nicht klar kamen. Sie vernetzten sich, 1909 stieß Felix Albrecht Harta nach seiner Rückkehr aus dem Ausland zur Gruppe hinzu.

"Die Ausstellung soll die Gemeinsamkeiten des Künstlerkreises aufzeigen. Ihre Sehnsucht nach dem Süden und nach Reisen, nach Familie und Liebe, ihre Begeisterung für die Natur. Und wer sie gefördert und weitergebracht hat", sagte Kuratorin Eva Jandl-Jörg. Auch der Rolle ihrer Freundinnen und Frauen wird dabei Platz eingeräumt. Und die Schau zeigt, wie wichtig Freundschaften für die Entwicklungen von Kunstschaffenden sein können.

Gemeinsam mit anderen Künstlern organisierte das Trio zahlreiche Ausstellungen. 1919, im Jahr nach dem Tod von Egon Schiele, gründete Harta dann in Salzburg die Künstlergemeinschaft "Der Wassermann", der in der Schau ein eigener Raum gewidmet ist. "Das war ein befreundeter Zirkel von Künstlern, die in Salzburg etwas bewegen wollten. Die Menschen in der Stadt sollten gebildet, geschult, mit der Moderne konfrontiert werden", sagte Jandl-Jörg. Ziel war es, Kunst aus der Hauptstadt und aus Europa an die Salzach zu holen. Nicht nur Malerei, auch Musik und Literatur. Die Gruppe sollte aber letztlich nur drei Ausstellungen realisieren. Als Harta 1924 sein Betätigungsfeld wieder nach Wien verlegte, verlor die Gruppe ihre treibende Kraft und löste sich allmählich wieder auf.

Quelle: APA

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