Kultur

Salzburger Festspiele - Sonya Yoncheva: "Ich bin Poppea"

Nicht immer habe sie die Figur der Poppea verstehen können. "Jetzt bin ich so weit, dass ich sage: 'für die nächsten vier Wochen bin ich Poppea'", erklärte Sonya Yoncheva beim Terassentalk am Dienstagabend. Die Bulgarin singt die Titelrolle in Claudio Monteverdis Oper "L'incoronazione di Poppea", deren Neuinszenierung von Jan Lauwers am 12. August Premiere feiert.

Yoncheva hat Erfahrung mit der Rolle und auch mit Dirigent William Christie, der ihr den Rat gab, ihre Geschichte zu erzählen, nicht zu singen. "Er hat uns sehr viele Freiheiten gegeben und sein kreativer Ansatz war eine große Chance. Es wird uns daher hoffentlich gelingen die zwei Monster als Menschen darzustellen", so die Sopranistin. Mit den beiden Monstern meint sie Poppea und Nerone, den Kate Lindsey singt. Für die amerikanische Mezzosopranistin ist es die erste Berührung mit Monteverdis Musik in der Dimension der Salzburger Festspiele. "In Salzburg hat sich einiges verändert. Den Raum auf der Bühne mit anderen zu teilen, sich anzunähern und daraus einen Funken entstehen zu lassen, das habe ich erst hier erlebt und sehr befreiend gefunden", schwärmte sie.

Auch die Zusammenarbeit mit Regisseur und Dirigent lobten beide überschwänglich und kamen immer wieder auf die große Freiheit zurück, die ihnen in ihrer Rollengestaltung zuteilwurde. Im Rollenstudium hatte Kate Lindsey den wesentlich größeren Teil zu bewerkstelligen, da sie die Rolle im Gegensatz zu Yoncheva noch niemals zuvor gesungen hatte. "Dafür habe ich mich eingehend mit den historischen Begebenheiten und auch den zeitlichen Abfolgen beschäftigt, damit ich besser verstehen konnte, wie Nerone war. Ich glaube, dass Künstler zu sein sein oberstes Ziel war. Das ist wichtig, um zu verstehen, wer er sein wollte", so Lindsey.

Besonders ist auch die Zusammenarbeit mit den 20 Tänzern des Salzburger SEAD, der Salzburg Experimental Academy of Dance. Die Tänzer hatten bereits einige Vorbereitungszeit hinter sich, als die Sänger zu den gemeinsamen Proben hinzu kamen. Auch wenn die gemeinsamen Aufwärmeeinheiten anfangs sehr befremdlich gewesen seien, so wurden sie doch gerade für Sonya Yoncheva zum geliebten Teil der Arbeit. "Es ist unglaublich diese Körperlichkeit auf der Bühne zu erleben. Wir brauchen diese Intensität, um das Vergnügen am Leben, Lieben und Töten der Figuren zu zeigen. Am liebsten würde ich auf der Bühne mittanzen", bekräftigte die Bulgarin. Ob sie es tatsächlich tun wird? Das wird letztlich die Premiere am kommenden Sonntag zeigen.

( S E R V I C E: www.salzburgerfestspiele.at )

Quelle: APA

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