Kultur

Schätze aus KHM werden in Aquileia ausgestellt

Rund 100 Schätze aus dem Kunsthistorischem Museum (KHM) werden ab kommendem Samstag in Aquileia, der friaulischen Stadt mit römischer und habsburgischer Vergangenheit, ausgestellt. Dabei handelt es sich um Exponate, die nach 200 Jahren wieder an ihren Fundort zurückkehren und dort gezeigt werden.

"Wunderbare Rückkehr - Schätze Aquileias aus dem Wiener Kunsthistorischem Museum" lautet der Titel der Schau, die am Samstag im archäologischen Museum Aquileias eingeweiht wird und bis zum 20. Oktober besichtigt werden kann. Organisiert wurde die Schau von der Stiftung Aquileia, den Museen der Region Friaul Julisch Venetien und dem KHM. Anlass ist das 2.200-jährige Gründungsjubiläum der altrömischen Stadt. Die von Rom gegründete Kolonie entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Städte des römischen Kaiserreichs und in eines der wichtigsten Zentren des Christentums.

Aquileia stand bis Anfang des 19. Jahrhunderts unter habsburgischer Herrschaft. Österreichischen Archäologen sind hier wichtige Ausgrabungen zu verdanken. So entdeckten sie 1902 beeindruckende Mosaike vor der Basilika von Aquileia.

Zu den Sehenswürdigkeiten, die im Rahmen der am Samstag beginnenden Schau zu sehen sind, zählt eine Silberschale aus dem späthellenischen Zeitalter mit allegorischen Bildern, die 1816 Kaiser Franz I geschenkt wurde, sowie ein Bronzekreuz aus dem 4. Jahrhundert, Münzen und Edelsteine. Zu sehen ist auch eine Adlerstatue aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus, die als Symbol der Macht des römischen Kaisertums galt.

"Nach zwei Jahrhunderten kommen all diese Schätze wieder nach Hause, an den Ort, wo sie gefunden wurden. Wir haben unter den 300 Exponaten aus Aquileia, die im KHM aufbewahrt sind, für die Ausstellung die besterhaltenen ausgesucht. Es ist großartig, dass diese Schätze wieder in ihrem ursprünglichen Kontext gezeigt werden können. Das ist ein idealer Weg, um das 2.200 Gründungsjubiläum der Stadt zu feiern", berichtete Georg Plattner, Direktor der Antikensammlung und des Ephesos Museums im KHM, im Gespräch mit der APA bei der Präsentation der Schau am Montag in Rom.

Plattner bezeichnete Aquileia als "Ankerpunkt" in Richtung römischem Österreich. Die Beziehungen zwischen der friaulischen Stadt, die bis Anfang des 19. Jahrhunderts unter habsburgischer Herrschaft stand, und Österreich seien sehr eng gewesen. "Auch heute ist die Tourismusregion Friaul bei Österreichern besonders beliebt. Ich bin sicher, dass viele Österreicher die Schau in Aquileia besuchen werden", meinte Plattner.

"Die Ausstellung führt uns in die Pionierzeit der Archäologie in Aquileia am Ende des 18. Jahrhunderts zurück, in eine Epoche, in der es zu großartigen Funden kam. Diese Ausgrabungen bildeten die Grundlage für die ersten breitangelegten Forschungen österreichischer Archäologen, vor allem jene, die 1893 rund um die Basilika von Aquileia gestartet wurden", berichtete Cristiano Tiussi, Direktor der Stiftung von Aquileia.

Ziel der Stiftung ist die Pflege und Erhaltung der Denkmäler, der Museen und der archäologischen Ausgrabungen in der Stadt. Seit 1998 ist Aquileia UNESCO- Weltkulturerbe der Menschheit. Ein Teil des heutigen Stadtgebietes soll in einen archäologischen Park umgestaltet werden.

Quelle: APA

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