Kultur

Street-Art-Künstler besprühen das Wien Museum

Noch bietet das geschlossene, inzwischen fast leergeräumte Wien Museum am Karlsplatz einen etwas tristen Anblick. Doch das wird sich im Sommer ändern. Von Anfang Juli bis September werden Street-Art-Künstler das Haus außen und innen mit Graffitis verzieren. Auch Skateboarder dürfen im Rahmen des Projekts "Takeover" im Gebäude herumkurven.

"Takeover" durch Graffiti-Künslter und Skateboarder SN/APA (Archiv)/ROLAND SCHLAGER
"Takeover" durch Graffiti-Künslter und Skateboarder

"Ich glaube, wir haben einen wunderbaren Sommer vor uns", schwärmte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten. Das Museum öffnet zum letzten Mal seine Türen, um auf rund 2.000 Quadratmetern Kunst zu präsentieren, die üblicherweise eher im öffentlichen Raum zu sehen ist. Proponenten wie Paul Busk, Kryot, Golif oder Nychos - der für seine sezierten Tiere bekannt ist und die Hauptfassade besprühen wird - werden sich verewigen.

Wobei verewigen genaugenommen nicht zutrifft. Denn es sei mit den Künstlern vereinbart worden, dass die Werke nach der Schau vernichtet werden. Lediglich ein Keramikdinosaurier von Chinagirl soll überleben dürfen. So manche Sprayer, die sich über die Museumswände hermachen dürfen, gehören laut den Ausstellungsmachern durchaus zu jener Szene, die unerlaubt ihre Werke im öffentlichen Raum hinterlassen. Nun wurden sie jedoch offiziell beauftragt. Auch Besucher können sich übrigens an einer Wand vor dem Eingang selbst austoben.

Insgesamt werden rund 40 Kunstschaffende mit dabei sein. Die Ausstellung kann, anders als die Sonderausstellungen sonst, bei freiem Eintritt besucht werden. Mit dem Denkmalamt sei die Aktion, bei der auch in einem Raum ein Skatepark für Skateboarder aufgebaut wird, abgesprochen, versicherte Museumsdirektor Matti Bunzl.

Wichtige Bereiche wie etwa das originale von Oswald Haerdtl stammende Stiegenhaus oder manche Fußböden werden geschützt und nicht sprühtechnisch verziert. Die bereits desolate Außenfassade stammt übrigens aus den 1980-er Jahren, wie Bunzl betonte. Sie wird im Rahmen des Ausbaus ohnehin erneuert.

Vorarbeiten für die Sanierung und Aufstockung des Museums werden dann nach dem "Takeover" stattfinden. Die Entscheidung für einen Generalunternehmer soll schließlich in der ersten Jahreshälfte 2020 fallen. Die Wiedereröffnung des Hauses wird für 2023 anvisiert.

Quelle: APA

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