Kultur

Weihnachtsfestival in der Tanzakademie SEAD: Wie kommt Bewegung ins große Fest?

In der Vorweihnachtszeit hält das Sead seine eigene Tradition hoch: Welche Botschaft vermitteln die Salzburger X-mas Dances?

Letzter Auftritt vor den Ferien: Studierende des SEAD stehen bei den x-mas dances im Mittelpunkt. SN/sead/hugo fidalgo
Letzter Auftritt vor den Ferien: Studierende des SEAD stehen bei den x-mas dances im Mittelpunkt.

Den Koffer packen, die Blumen gießen, die Geschenke nicht vergessen, und dann: heimfahren, um ein paar schöne Tage zu verbringen. Die Reisestimmung ist jedes Jahr für viele ein fester Teil des Weihnachtsfests. Den Soundtrack dazu hat Chris Rea schon 1986 geschrieben: "Driving Home for Christmas" wird beim Musikdienst Spotify vielleicht auch heuer wieder Klickrekorde einspielen.

In verschiedenste Richtungen brechen auch die rund hundert Studierenden der Salzburg Experimental Academy of Dance (Sead) auf, wenn sie Weihnachten daheim verbringen wollen. Die Tänzerinnen und Tänzer kommen aus aller Welt, um in Salzburg ihre Ausbildung zu absolvieren.

Bevor in dem Tanzzentrum in der Schallmooser Hauptstraße aber die Ferienruhe einkehrt, herrscht kreativer Hochbetrieb. Susan Quinn, die Gründerin und Leiterin des Sead, hält in ihrem Haus seit 1998 eine eigene vorweihnachtliche Tradition hoch. "Bevor unsere Studierenden in die Ferien aufbrechen, zeigen sie noch einmal, was sie sich im Unterricht und im Training erarbeitet haben", erzählt die Choreografin. Um Besinnlichkeit wie bei anderen Advent-Fixpunkten im Salzburger Veranstaltungskalender geht es bei dem zweitägigen Festival X-mas Dances also nicht unbedingt: "Unsere Botschaft ist die Bewegung", sagt Susan Quinn. Mit den Choreografien, die eigens für das Festival geschaffen werden, "wollen wir zeigen, dass Tanz, Kunst und Poesie ein wichtiger Teil des Lebens sind. Tanz ist ein Weg, um Emotionen auszudrücken."

Dass es in der zeitgenössischen Performancekunst auch eine Vielfalt von Möglichkeiten gibt, "all die Themen zu verarbeiten, die uns aktuell beschäftigen", soll das Programm ebenfalls zeigen: Vier internationale Gastdozentinnen und -dozenten setzen mit den Studierenden ganz unterschiedliche Schwerpunkte, drei Sead-Jahrgänge wirken bei den X-mas Dances mit.

Was in den Probestudios unter der Leitung von Lívia Balážová, Zebastián Méndez Marín, Manuel Ronda und Edouard Hue entsteht? Das zu beobachten sei auch für sie selbst spannend, erzählt die Sead-Direktorin: "Es wird bis wenige Tage vor dem Festival sehr intensiv gearbeitet." Und die Herangehensweisen seien sehr individuell: "Es wird heuer etwa ein Stück mit einer Geschichte und einem theatralischen Zugang geben, ein anderes wiederum ist sehr bewegungsbetont. Das ist pure Energie!"

Diese Diversität wiederum sei auch ein Wesenszug der Kunstform Tanz, die sich stets weiterentwickle. Das Festival biete die Möglichkeit, zu zeigen, "wie vielseitig der zeitgenössische Tanz ist". Und weil Sead-Studierende bei den zweitägigen Vorführungen nicht nur auf der Bühne zu finden sind, sondern auch im Publikum, "sind die ,X-mas Dances' auch noch einmal ein großes Zusammenkommen, bevor alle zu Weihnachten heimfahren", sagt Susan Quinn, "es ist gleichsam ein Fest vor dem Fest".

Festival:X-mas Dances, Salzburg, Sead, 15. und 16. Dezember, 18 Uhr, mit Choreografien von Lívia Balážová, Zebastián Méndez Marín, Manuel Ronda und Edouard Hue.

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