Kultur

Weitere drei Monate Hausarrest für Regisseur in Moskau

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikow (49) muss für weitere drei Monate mit massiven Einschränkungen seiner Freiheit im Hausarrest in Moskau leben. Ein Gericht in Moskau verlängerte am Dienstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft den bereits seit mehr als eineinhalb Jahren bestehenden Arrest bis 3. Juli, wie die Agentur Interfax meldete.

Serebrennikow beim Filmfestival von Cannes 2016 SN/APA (AFP)/LOIC VENANCE
Serebrennikow beim Filmfestival von Cannes 2016

Das Verfahren steht international als inszeniert in der Kritik. Filmstars, Theaterschaffende und Politiker haben Russland aufgefordert, die Verfolgung liberaler Künstler zu beenden.

Die russische Justiz wirft Serebrennikow sowie weiteren Angeklagten Veruntreuung staatlicher Fördermittel in Millionenhöhe vor. Der Regisseur weist das zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte beantragt, den Künstler auch künftig in seiner Wohnung festzuhalten, um weitere offene Fragen zu klären. Immer wieder gab es Vorwürfe, die Ermittler hätten nichts in der Hand gegen Serebrennikow.

Serebrennikow arbeitet trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit in seiner Wohnung. So führte die Staatsoper Hamburg im März seine Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Oper "Nabucco" auf. Auch die Oper Stuttgart und weitere Häuser hatten Aufführungen trotz Abwesenheit des Regisseurs auf die Bühne gebracht. Am Wochenende erhielt er den renommierten russischen Filmpreis "Nika" - für die beste Regie. Sein voriges Jahr auch in Deutschland gezeigter Film "Leto" erzählt die Geschichte des sowjetischen Rockstars Viktor Zoi.

Quelle: Apa/Dpa

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