Kultur

Wien legt Leitfaden für Kulturbetrieb vor: "Ein-Meter-Abstand wird bleiben"

Stadt Wien erarbeitet Leitlinien für coronataugliche Kunst- und Kulturbetriebe.

Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ), Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei der Pressekonferenz am Dienstag. SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ), Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei der Pressekonferenz am Dienstag.

Während man im Bund an der für 25. Mai angekündigten Verordnung für Veranstaltungen ab 29. Mai bastelt, hat die Stadt Wien Leitlinien für den Kunst- und Kulturbetrieb erarbeitet. Basis dafür war ein "Forum Kultur und Gesundheit" im Festsaal des Wiener Rathauses. "Sehr fruchtbar" sei das fünfstündige Treffen von Vertretern aus Kultur, Medizin und Politik gewesen, resümierte der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter.

Die Ergebnisse seien vom medizinischen Krisenstab der Stadt Wien beschlossen worden und stünden nun österreichweit als Leitlinien zur Verfügung, sagte der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) in einer Pressekonferenz am Dienstag. Auch könnte das Gesundheitsministerium darauf basierend österreichweite Bedingungen für Kulturveranstaltungen formulieren, sagte Hacker. Jedenfalls sollten diese Leitlinien zumindest für Wien "im Laufe des Juni" in Kraft treten.

In Kunst und Kultur gebe es viele Sparten und viele unterschiedliche Arbeitsweisen, daher seien die Coronabedingungen "sehr spezifisch" zu adaptieren, sagte Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler. "Es geht um maximalen Handlungsspielraum innerhalb dieser Regeln, die wir anerkennen wollen und müssen." Sie stellte klar: "Aufsperren ist nicht das Umdrehen eines Schlüssels in einer Tür." Bei den Öffnungen nach der Coronaschließung gebe es - je nach Betrieb und Genre - unterschiedlich lange Vorbereitungen und dann unterschiedliche Probleme bei Umsetzung der Bedingungen für Infektionsschutz.

Für Museen etwa ist dies relativ leicht einzuhalten. Für Theater und Konzerthäuser wiederum ist dies so schwierig, dass sogar die Stadträtin eingesteht: "Realistisch glaube ich (für Aufnehmen eines einigermaßen regulären Spielbetriebs, Anm.) eher an den Herbst" - und auch nur, "wenn wir alle Finger kreuzen und gut durch den Sommer kommen".

Und doch: Um wenigstens Weniges möglich zu machen, sollen die Leitlinien helfen. Hutter ortete "ein enormes Bedürfnis" nach sachbezogenem Austausch und nach praktikablen Leitlinien, damit die einzelnen Veranstalter individuelle Lösungen für ihre Häuser und Bereiche erarbeiten könnten.

Das allgemein gehaltene Orientierungspapier zielt vor allem auf Indoor-Veranstaltungen, da Veranstaltungen im Freien als weniger problematisch gelten. "Die Jahreszeit ist günstig, auf diese Weise den Kulturbetrieb allmählich wieder hochzufahren", sagte Hutter. Dennoch gelte es auch im Freien für die Publikumsbewegung vor und nach einer Veranstaltung viele Dinge - wie "streng organisierte" Ein- und Ausgänge - zu berücksichtigen.

Jede Veranstaltung sei an den Grundregeln zu orientieren: Hände waschen, Abstand halten, Maske tragen. Die Empfehlungen sollten dafür sorgen, "dass der Besuch eines Kulturbetriebs nicht risikoreicher ausfällt als der Aufenthalt im öffentlichen Raum". In einem Punkt macht Hutter den Kulturveranstaltern keine Hoffnung: "Der Ein-Meter-Abstand wird bleiben müssen." In der Gastronomie dürften deshalb vier Menschen an einem Tisch Platz nehmen, da man in der Regel mit Familie oder guten Bekannten Essen gehe.

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