Kultur

Zum Abschied ertrotzt das Buch Handarbeit

Bibliophile Fingerspitzen. Bevor der Inhalt von den gedruckten Seiten ins Digitale aufgeht, ist noch einmal viel manuelle Behutsamkeit nötig - um zu spüren, zu tasten, zu glätten und zu blättern.

Das Bewältigen der Schwelle vom Buch zum Datensatz erfordert ein erstaunliches Ausmaß dessen, was demnächst obsolet sein wird: Handarbeit. Offenbar ertrotzen sich die bibliophilen Handbewegungen ein Abschiedsfest: das Spüren von Papier, das Ertasten von Kanten, das Umblättern, die Behutsamkeit mit Buchrücken, das Glattstreichen, das Vermeiden von Eselsohren. Sogar das Gefühl, das Studierende der 1980er-Jahre - in der Hochzeit der Kopiergeräte - oft in die Nähe der Ohnmacht getrieben hat, stellt sich ein: das Doppelseite um Doppelseite wiederkehrende Warten, bis die Maschine, die langsamer werkt als der sie bedienende Mensch, das auf ihr liegende Schriftbild eingelesen hat.

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