Kultur

Zur Suppe

Augenschmaus ist Gaumenfreude. Porzellan und eine festlich gedeckte Tafel erzählen seit Jahrhunderten von Respekt: für die Speise und den Gast.

Diese Prunkterrine ist Teil des legendären Schwanenservice des sächsischen Grafen Heinrich von Brühl.  SN/manufaktur meissen
Diese Prunkterrine ist Teil des legendären Schwanenservice des sächsischen Grafen Heinrich von Brühl.

Porzelliner sind die Meister der Geheimnisse. Eines davon verraten sie gern: Wenn sie die zähe Masse aus Kaolin, Feldspat und Quarz formen, wenn sie Teller, Schüsseln und Kännchen zierlich bemalen, brauchen sie Schönheit im Kopf. Denn es sind diese Gedanken, die ihre Hände führen. Vielleicht ist auch noch ein feines Gefühl für Magie im Spiel, für das, was die Altvorderen, die das Porzellan in Europa 1709 neu erfanden, Alchemie nannten. Jenes rätselhafte Zusammenspiel von Materie und Feuer, aus dem fragile Gefäße und Figuren entstehen, die ganz bodenständig auf einem Tisch stehen und doch mit ihrem matten Perlmuttschimmer der Realität entrückt sind: zart und hart zugleich, durchscheinend und kompakt, fest und zerbrechlich.

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Aufgerufen am 11.12.2018 um 07:27 auf https://www.sn.at/kultur/allgemein/zur-suppe-38905057