Kultur

Ausstellung zu Österreichs erstem Kaiser in der Hofburg

"Volkskaiser", "Vater des Volkes" oder "der gute Kaiser Franz" - Österreichs erster Kaiser Franz II./I. trug viele Namen. Mit ihm erlosch das Heilige Römische Reich und das österreichische Kaisertum begann. In der Wiener Hofburg wird dem Herrscher nun ein Themenschwerpunkt gewidmet. Gezeigt werden Gemälde des Malers Johann Peter Krafft und Objekte aus dem Besitz des Kaisers.

Büste von Kaiser Franz II/I zu sehen in der Wiener Hofburg.  SN/APA (SCHLOSS SCHÖNBRUNN)/ALEXAN
Büste von Kaiser Franz II/I zu sehen in der Wiener Hofburg.

Die Sonderausstellung mit dem Titel "Kaiser Franz II./I. und die 'Krafft' der Bilder" ist nun im Audienzwartesaal der Kaiserappartements zu sehen und läuft bis 11. Juni. Begleitet wird die Schau von Führungen der Kuratorin und einer Expertenführung in der Silberkammer, die sich mit Kaiser Franz und dessen Zeit befassen.

Franz II. war der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Nachdem Napoleon ein französisches Kaiserreich ausgerufen hatte, begründete Franz 1804 das Kaisertum Österreich, dem er somit als Franz I. vorstand. Seine Regierungszeit war geprägt von Angst und Misstrauen gegenüber Frankreich einerseits und der aufstrebenden Macht des Fürsten Metternich andererseits. Für die Wiener war er "der gute Kaiser Franz", der sich im Kreise seiner vielköpfigen Familie am wohlsten fühlte. Trotz vieler Niederlagen war Österreichs erster Kaiser in der Bevölkerung sehr populär. "Bekannt wurde er weniger durch seine ruhmreichen Taten, dafür stärkte er lieber seinen Status als volksnaher Kaiser", so Olivia Lichtscheidl, Kuratorin des Sisi Museums, am Donnerstag anlässlich einer Führung für Medienvertreter.

Die drei Wandgemälde im Audienzwartesaal wurden in den 1830er-Jahren angefertigt und zeigen den Kaiser bei seinem Einzug nach dem Frieden von Paris, bei seiner Rückkehr aus Preßburg nach dem Abzug der französischen Truppen und bei seiner ersten Ausfahrt nach langer Krankheit. Krafft setzte mit ihnen die Popularität des Kaisers in Szene. Im Vordergrund der Gemälde steht das Volk, nicht der Kaiser. Die Menschen drängen zur Kutsche oder zum Pferd des Kaisers, sie winken, schwenken Hüte und Zylinder.

Im Rahmen der Sonderausstellung sind außerdem die Porträtmedaillons aller zwölf Kinder des Kaisers, der viermal heiratete, Gartenwerkzeuge des leidenschaftlichen Gärtners, eine Büste, ein Spucknapf sowie Beispiele des wertvollen Grand Vermeil Services aus der Silberkammer zu sehen. Ein Damenkostüm und ein Kinderkleid aus dem Biedermeier veranschaulichen die Mode der Zeit, als Johann Peter Krafft die Gemälde anfertigte.

Quelle: APA

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