Kultur

Azzedine Alaïa - der Meister der Kurven

Azzedine Alaïa erfand mit Leder, Latex, Jersey und Reißverschlüssen die körperbetonte Mode und atemberaubende Schnitte. Trotz seiner Berühmtheit blieb er ein stiller, bescheidener Mann. Im Pariser Marais-Viertel hatte er sein Atelier.

Er und seine Mode waren zeitlos modern. Die hysterische Geschwindigkeit des Modebusiness machte er aber nie mit, er folgte seinen eigenen Regeln. Seine Schnitttechnik war einzigartig. Der bekannte Modedesigner Azzedine Alaïa ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Das teilte der französische Haute-Couture-Verband mit. "Seine Werke bleiben lebendige und unsterbliche Fragmente der Schönheit", erklärte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Zahlreiche Prominente betrauerten den Designer, dessen Kleider beispielsweise von Michelle Obama und Lady Gaga getragen wurden.

Der in Tunesien geborene Alaïa war einer der bedeutendsten Modemacher der Welt. Er machte sich in Paris in den 80er Jahren mit eng anliegenden Kleidern einen Namen und war als "König des Stretches" bekannt. Popsängerin Lady Gaga schrieb über den Designer: "Niemand kannte den Körper einer Frau so wie er. Er sollte als einer der größten Modedesigner gefeiert werden, den die Welt jemals kannte." Dazu veröffentlichte die Künstlerin auf ihrem Instagram-Account mehrere Schwarz-Weiß-Bilder, die sie mit Alaïa zeigen. "Ich werde den Tod meines Freundes für immer betrauern."

Der Mann, den Supermodel Naomi Campbell "Papa" nannte, arbeitete eher abseits der Rhythmen der Fashion Weeks des Modebetriebs. Seine neuen Entwürfe zeigte er oft in kleinerer Runde in seinem Atelier im Pariser Marais-Viertel. Alaïa habe unbeugsam an seiner Freiheit gehangen, erklärte der Chef des Luxuskonzerns Kering, François-Henri Pinault. "Mit ihm war alles auf der Spitze: Schneidern, Kunst, Anspruch, Arbeit, Meisterschaft und alle Frauen, die er kleidete."

"Ich liebe die Frauen", sagte Alaïa 2013 in einem Interview der französischen Nachrichtenagentur AFP. "Ich denke nicht immer daran, Neuheiten zu schaffen, kreativ zu sein, sondern ein Kleidungsstück zu machen, damit die Frauen schön sind."

Alaïa habe "die Eleganz der weiblichen Silhouette gepriesen", teilte die Pariser Kulturministerin Françoise Nyssen mit. Modedesignerin Victoria Beckham kommentierte auf Twitter: "Du warst ein echter Meister und eine meiner größten Inspirationen." Auch die Musikerin Carla Bruni, Frau des französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy, veröffentlichte auf Instagram ein Foto mit dem Designer und schrieb dazu: "Bonjour tristesse. Arrivederci Azzedine Alaïa".

Quelle: Sn-u.k., Dpa

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