Bildende Kunst

"Der Hausfreund": Angewandte entdeckt Berzeviczy-Pallavicini

Eine Wiederbegegnung mit dem Werk des Designers Friedrich von Berzeviczy-Pallavicini (1909-1989) bietet die Universität für angewandte Kunst mit der neuen Ausstellung "Der Hausfreund" im Heiligenkreuzer Hof. Die zwischen bildender und angewandter Kunst oszillierenden Exponate treten dabei in Dialog mit Werken zeitgenössischer Künstler. Eröffnet wird die bis zum 1. Juni laufende Schau am Dienstag.

Tempera auf Leinwand SN/APA (Angewandte)/Gregorius Grey
Tempera auf Leinwand

Der in Lausanne geborene Altösterreicher Berzeviczy-Pallavicini studierte an der damaligen Wiener Kunstgewerbeschule, durch die Unterstützung Josef Hoffmanns bewegte er sich bald als Gestalter und Designer im Wiener Kultur- und Luxussegment. Nach seiner Emigration nach Italien und später in die USA wirkte er als Innen- und Schaufensterdekorateur in New York. In Wien wurde er in den 1960er-Jahren durch seine Dekorationen und Verpackungen für die Hofzuckerbäckerei Demel bekannt.

Die nunmehrige Ausstellung, die Kuratoren Cosima Rainer und Robert Müller aus Beständen der Sammlung der Angewandten zusammengetragen haben, zeigt das vielfältige Schaffen des Künstlers: Zu sehen sind nicht nur Entwürfe und Original-Dekorationen für Demel, sondern auch Modezeichnungen, Teppichentwürfe sowie Teile des Interieurs für sein "Boudoir einer eleganten Dame", das neben einem kunstvoll verzierten Paravent und transparenten Vorhängen auch einen großen, runden Spiegel umfasst. Für Kuratorin Rainer überschritt Berzeviczy-Pallavicini in seinem zwischen Rokoko und Art Deco changierenden Vokabular eine "Grenze zwischen Tradition und Moderne", wie sie am Montag bei Presserundgang erläuterte. Den Titel zur Ausstellung liefert der Originalentwurf "Der Hausfreund" für die Bäckerei Demel aus dem Jahr 1976.

Zu den zeitgenössischen Positionen, die mit den einzelnen Objekten in Dialog treten sollen, zählen unter anderem eine eigens geschaffene Vitrine von Julian Göthe, in der Teppich-Entwürfe gezeigt werden, eine Vase von Amelie von Wulffen und Nico Ihlein oder die Videoinstallation "Victoria's Secret Subtenants" von Kamilla Bischof und Laura Welker. In den zeitlichen Kontext der 1920er und 1930er-Jahre passen wiederum Kostümentwürfe von Elisabeth Karlinsky oder Möbel und Stoffentwürfe von Josef Frank. Ab September wird die Schau in adaptierter Form im Österreichischen Kulturforum in Berlin gezeigt, dann soll auch die umfassende Publikation mit Ergebnissen der im Zuge der Ausstellung durchgeführten Forschungen publiziert werden.

Quelle: APA

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