Bildende Kunst

Einblicke ins Schaffen von Otto Zitko im Linzer Lentos

Zum 60. Geburtstag Otto Zitkos hat das Linzer Kunstmuseum Lentos die erste Gesamtwerksschau des "Neuen Wilden" zusammengestellt. "Retroprospektiv" gibt ab Freitag einen umfassenden Einblick in das Schaffen des Oberösterreichers seit den frühen 1980er-Jahren. Gleichzeitig macht im Untergeschoß die Wanderausstellung "Extraordinaire!" mit unbekannten Werken aus psychiatrischen Einrichtungen Station.

"Retroprospektiv" zum 60. Geburtstag des "Neuen Wilden" SN/APA (Archiv)/BARBARA GINDL
"Retroprospektiv" zum 60. Geburtstag des "Neuen Wilden"

Das Lentos blickt zu Zitkos Runden jedoch nicht nur zurück, in dem es die pastosen, neoexpressiven Bilder der 1980er-Jahre zeigt. In diesen Jahren entwickelte der gebürtige Linzer, der in Wien lebt, seinen grafisch-abstrakten Stil. Inzwischen bestimmen Linien seine oft großformatigen Bildtafeln, die sich scheinbar endlos fortsetzen und sich zu Gebilden formieren. Für die Ausstellung im Lentos, die bis zum 15. September geht, hat Zitko auch ein Wandzeichnung im Annexraum des Großen Saals geschaffen. Somit sei die Schau retrospektiv und prospektiv zugleich, wie Lentos-Direktorin Hemma Schmutz ausführte.

Die zweite Ausstellung "Extraordinaire!" wiederum schließt an "Psycho Drawing" aus dem Jahr 2017 an, die sich der Art brut in Österreich widmete. Jetzt sind Werke aus psychiatrischen Einrichtungen in der Schweiz um die vorige Jahrhundertwende zu sehen. Entstanden ist die Schau aus einem Forschungsprojekt an der Züricher Hochschule der Künste, die einen Einblick in das bis dato unbekannte Kunstschaffen von Patienten liefert. Kreatives Schaffen in Nervenheilanstalten war um 1900 ein weitverbreitetes Phänomen.

Von 2006 bis 2014 hat die Hochschule 22 historische Klinikarchive nach Werken von Patienten durchsucht. 5.000 wurden in einer Bilddatenbank erfasst, von denen 150 in "Extraordinaire!" präsentiert werden. Nach Deutschland und der Schweiz ist die Schau jetzt in Linz bis zum 18. August zu sehen. Das Lentos hat die Wanderausstellung jedoch um 35 Zeichnungen und Gemälde von Patienten u.a. von der einstigen Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart (heute Neuromed Campus des Linzer Kepler Uniklinikums) ergänzt.

Quelle: APA

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