Bildende Kunst

"Farben-Spiel" in der Berchtoldvilla: Viele Farben ergeben einen roten Faden

Dezente Schattierungen, kräftige Symbole: In der Berchtoldvilla zeigen 23 Künstlerinnen und Künstler Arbeiten zum Thema "Farben-Spiel".

Renate Lukasser und Ursula Wuger haben die Schau im Trio mit Monika Maria Weiß kuratiert. Vorn: die Arbeit „Came To Gether“. Im Hintergrund: Ein Werk von Karin Lässer, die als Künstlerin und ausgebildete Archtitektin in ihren Bildern oft mit Fläche, Körper und Raum arbeitet. SN/pac
Renate Lukasser und Ursula Wuger haben die Schau im Trio mit Monika Maria Weiß kuratiert. Vorn: die Arbeit „Came To Gether“. Im Hintergrund: Ein Werk von Karin Lässer, die als Künstlerin und ausgebildete Archtitektin in ihren Bildern oft mit Fläche, Körper und Raum arbeitet.

Auch Weiß ist eine Farbe. In manchen Kulturen steht sie für Freude, in anderen gilt sie als Symbol der Vollkommenheit und Ruhe. Manchmal kann sie aber auch Unruhe auslösen: etwa dann, wenn ein weißes Blatt noch auf Inspiration wartet.

"Ich war eine der Letzten, die noch keine Arbeit für die Ausstellung fertig gehabt hat", erzählt Renate Lukasser, die Präsidentin der Salzburger Künstlervereinigung Art BV. Dabei habe sie selbst das Thema für die erste Gruppenausstellung des heurigen Jahres in der Salzburger Berchtoldvilla ins Spiel gebracht.

"Farben-Spiel - Spiel der Farben" lautet das Motto der Schau, in der 23 Mitglieder und Gäste der Vereinigung ihre Werke zeigen. Für ihren Beitrag setzte Renate Lukasser schließlich auf Spontanität. "Die ersten Ansätze habe habe ich wieder verworfen, weil mir das Spielerische fehlte. Erst als ich mir selbst keinen Druck mehr gemacht habe, ist das Bild wie von selbst entstanden." Ein Apfel, der in symbolkräftigem Rot leuchtet, steht im Zentrum ihres Beitrags.

Im Trio mit Monika Maria Weiß und Ursula Wuger hat Lukasser die Ausstellung kuratiert. Es sei "einfach an der Zeit, wieder Farbe ins Grau zu bringen", sagt Wuger zum Leitmotiv der Schau. Die Salzburger Künstlerin zeigt Keramiken und Bilder, die teils während der Pandemie entstanden sind und "viele autobiografische und symbolische Bezüge haben".

Rauthgundis Zieser hat den thematischen roten Faden wiederum mit einer Installation aus Wollknäueln aufgegriffen: Im Dachgeschoß sind sie in einem großen Halbkreis auf dem Boden so angeordnet, dass Fäden am anderen Ende immer enger zusammenlaufen. In der Arbeit, die den Titel "Came To Gether" trägt, gehe es auch "um das gemeinsame Ziehen an einem Strang", erläutern die Kuratorinnen Lukasser und Wuger. In einem Gemälde von Eva Baker, das unter dem Eindruck der Lockdown-Jahre entstand, schwingt optimistischer Trotz mit: Es trägt den Titel "Ich male mir die Welt jetzt gelb".

Mit kräftigen Kontrasten zwischen Rot und Türkis arbeitet Johannes Lehner in einem Frauenporträt, das im Obergeschoß der Berchtoldvilla neben Arbeiten von Karoline Schodterer und Christa Scholtissek zu sehen ist.

Das weitgehend offene Motto hat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur zu Einreichungen von Bildern verleitet: Auch in Skulpturen lässt sich das "Farben-Spiel" finden, etwa in den Keramiken der Künstlerin Edith Argauer, die dezent schimmernde Farben mittels Raku-Technik in den Ton brennt.

Rund 150 Mitglieder zähle die Berufsvereinigung Bildender Künstler in Salzburg aktuell, sagt Präsidentin Renate Lukasser, insgesamt sechs Gruppenausstellungen zu wechselnden Themen sollen auch heuer in der Berchtoldvilla einen Überblick über die Arbeiten geben, die im Kreis der Art BV entstehen. Geplant sei heuer auch ein künstlerischer Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus der Schweiz.

In der Auftaktausstellung 2023 bleibt indes auch der sogenannte "Weiße Raum" im Obergeschoß nicht ohne bunte Farbenspiele: Hier sind Arbeiten von Gabrielle Helmke-Becker, Gerlinde Kosina und Kuratorin Monika Maria Weiß zu betrachten, während nebenan Anke Neubacher mit dezenten Schattierungen spielt: "Verlust der Farbe" und "Zurück zur Farbe" heißt es in ihren Bildern.

Ausstellung:"Farben-Spiel - Spiel der Farben", Salzburg,

Berchtoldvilla, bis 23. 2.
Vernissage: Freitag, 13. 1., 19 Uhr. Im "One Artist Room" zeigt zeitgleich Künstlerin Monika Hartl ihre Ausstellung "Faces".

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